Nvidia hat am Freitag die Marke von 190 Euro wieder überwunden. Der Kurs gewann knapp 2 % und setzte damit seinen jüngsten Aufwärtstrend fort. Unterstützung liefern neue Investitionen, mit denen der Konzern sein KI-Geschäft über den Verkauf eigener Chips hinaus ausbaut.
Nvidia wieder im Investitionsmodus
Allein 3,5 Milliarden Dollar steckt Nvidia in Wandelanleihen von MediaTek. Es handelt sich um die größte Direktinvestition des Konzerns außerhalb der USA. Vorstandschef Jensen Huang und MediaTek-Chef Rick Tsai hatten die Zusammenarbeit bereits in der Vorwoche angekündigt. Sie umfasst KI-Infrastruktur, lokale Rechenleistung und Anwendungen für die Automobilindustrie. MediaTek will dabei Nvidias NVLink-Fusion-Plattform einsetzen. Kunden können damit eigene Beschleunigerchips entwickeln und diese in große KI-Rechenanlagen einbinden. Auch RTX Spark und DGX Spark gehören zur Kooperation. Nvidia erschließt sich damit Geschäftsmöglichkeiten bei Rechensystemen, in denen nicht ausschließlich eigene Beschleuniger zum Einsatz kommen.
Ein zweites Großprojekt entsteht in Australien. Dort arbeitet Nvidia mit Firmus, Sharon AI, IREN, ResetData, Megaport, CDC, NEXTDC und AirTrunk zusammen. Bis 2027 könnten Rechenzentren mit einer Leistung von insgesamt bis zu 2 Gigawatt aufgebaut werden. Die Kapazitäten sollen australischen Start-ups, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zur Verfügung stehen. Für den Ausbau kommt die neue NVIDIA-DSX-Plattform zum Einsatz. Sie soll Rechenzentrumsbetreibern die technische Grundlage für den Aufbau kompletter KI-Fabriken liefern und mehrere Bestandteile der benötigten Recheninfrastruktur zusammenführen.
Finanziert werden solche Projekte zunehmend mit externem Kapital. Nvidia hatte Anfang August gemeinsam mit Goldman Sachs, BlackRock, Blackstone, Apollo, Brookfield und KKR Finanzierungsplattformen angekündigt. Darüber könnten mehr als 500 Milliarden Dollar für den weltweiten Ausbau von KI-Rechenzentren mobilisiert werden. Endgültige Verträge stehen noch aus. Die Größenordnung der Investitionen basiert auf einem Geschäft, das zuletzt stark gewachsen ist. Im zweiten Fiskalquartal erzielte Nvidia 96,2 Milliarden Dollar Umsatz, 106 % mehr als ein Jahr zuvor. Für das laufende Quartal stellt der Konzern 108 Milliarden Dollar in Aussicht. Umsätze mit Rechenzentren in China sind darin nicht berücksichtigt.
Finanzchefin Colette Kress erwartet für das Fiskaljahr 2028 ein Umsatzwachstum von 70 %. Analysten kalkulieren bislang mit 44 %. Damit liegt die unternehmenseigene Wachstumsprognose 26 Prozentpunkte über der bisherigen Markterwartung.
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