Offenlegungsberichte aus Washington sorgen für Gesprächsstoff rund um Nvidia. Laut der Nachrichtenagentur Reuters erwarb Donald Trump im August Nvidia-Papiere im Wert von bis zu 1,6 Millionen $ und veräußerte Anteile im Umfang von bis zu 1 Million $. Die Pflichtmitteilung fiel zeitlich mit Vorbereitungen zusammen, Jensen Huang mit der National Medal of Science auszuzeichnen.

Die Meldung trifft auf eine Phase spürbarer Kursschwankungen im Technologiesektor. Am gestrigen Donnerstag gerieten Halbleiterwerte im Zuge eines breiteren Branchenrückgangs unter Abgabedruck.

Belastend wirkten unter anderem gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen und anziehende Ölpreise sowie Berichte über das annualisierte Umsatzniveau von OpenAI, das mit rund 50 Milliarden $ unter zuvor kursierenden Schätzungen von 68 Milliarden $ blieb.

Vorbörslich stabilisierte sich das Papier von Nvidia bei 207,90 Euro, nachdem der Schlusskurs am Donnerstag bei 205,60 Euro gelegen hatte. Das 52-Wochen-Hoch von 216,10 Euro bleibt damit in Reichweite.

Hardware-Fahrplan nimmt Gestalt an

Ungeachtet der makroökonomischen Tagesschwankungen forciert der Konzern die Markteinführung seiner neuen Rechnergenerationen. Am Mittwoch starteten die weltweiten Vorbestellungen für die ersten Laptops der Reihe RTX Spark, deren offizielle Verfügbarkeit für den 16. Oktober terminiert ist. Kompakte Desktop-Varianten sollen im November folgen. Ergänzend dazu stellte das Unternehmen eine Vorschau auf die DGX Station for Windows vor.

Parallel dazu treibt Nvidia den Ausbau seiner Entwicklerplattformen voran. Bereits am 2. Oktober kündigte der Konzern eine DGX-Spark-Konfiguration mit 64 Gigabyte an, die speziell für lokale Entwicklungsumgebungen konzipiert wurde. Dieses System soll ab dem 23. Oktober über Partner wie Acer, ASUS, Dell, Gigabyte, HP und MSI erhältlich sein.

Wall Street blickt auf KI-Agenten

Im Analystenlager dominiert trotz der jüngsten Sektorkorrektur weiter eine optimistische Grundstimmung. Am Dienstag bekräftigte Analyst Atif Malik von der Citi seine Einstufung mit „Buy“ und beließ das Kursziel bei 315 $.

Als wesentlichen Treiber nannte er einen zusätzlichen Bedarf an Grafikeinheiten, der durch die Entwicklung autonomer KI-Agenten entstehe. Am Mittwoch startete zudem Daniel Ives bei Yorkville Ives & Co die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung und rief ein Kursziel von 300 $ aus.

Rückschläge im Umfeld bleiben jedoch nicht aus. So scheiterte der von Nvidia unterstützte australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus Grid Ltd. am gestrigen Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Bloomberg daran, im Rahmen seines geplanten Börsengangs genügend Nachfrage zum Ausgabepreis von 11 A$ je Aktie zu generieren.

Das Orderbuch wurde vorerst geschlossen. Anleger blicken nun darauf, wie schnell die angekündigten Auslieferungen der neuen Hardware-Generationen die operative Nachfrage weiter anfachen.