Mit 96,2 Mrd. US-Dollar Quartalsumsatz hat Nvidia jüngst seine eigene Größenordnung erneut nach oben verschoben. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 106 %. Gleichzeitig verdiente der Konzern netto 59,7 Mrd. US-Dollar und übertraf auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie mit 2,22 US-Dollar die Erwartungen. Für das kommende Quartal rechnet Nvidia bereits mit 108 Mrd. US-Dollar Umsatz. Noch bemerkenswerter ist jedoch die Perspektive bis 2028: Das Management stellt rund 70 % Umsatzwachstum in Aussicht – deutlich mehr als die bislang erwarteten 45 %.
Die Kurse explodieren
Diese Entwicklung spiegelt sich inzwischen auch deutlich im Aktienkurs wider. Die Nvidia-Aktie gewinnt am Donnerstag 6,83 % und notiert bei 192,48 Euro. Am Freitag nun gelang ein weiterer Aufschlag auf mehr als 195 Euro!
Der Kurssprung passt zur positiven Reaktion auf die Zahlen, kommt allerdings vor dem Hintergrund einer Bewertung, bei der selbst außergewöhnliches Wachstum zunehmend eingepreist sein dürfte. Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt laut den vorliegenden Informationen bei etwas mehr als 302 US-Dollar und signalisiert damit weiterhin erhebliches theoretisches Potenzial.
Eine wesentliche Grundlage für die hohen Erwartungen bilden die bereits zugesagten Lieferungen. Nvidia verfügt laut den vorliegenden Informationen über eine Auftragsbasis von rund 119 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig verbreitert der Konzern seine Einnahmequellen. Staaten bauen eigene KI-Rechenzentren auf und treiben damit „Sovereign AI“ voran. Japan, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den Märkten, in denen Nvidia davon profitiert. Rund 30 Mrd. US-Dollar Umsatz entfallen inzwischen auf diesen Bereich. Auch die Netzwerktechnik entwickelt sich zu einer bedeutenden Säule und brachte im Geschäftsjahr 2026 bereits 31 Mrd. US-Dollar ein.
Für Nvidia wächst damit allerdings auch die Angriffsfläche. AMD gewinnt mit seinen Instinct-GPUs bei staatlichen KI-Projekten in Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten an Bedeutung. Sollte der Übergang zur nächsten Generation Rubin technische Schwierigkeiten verursachen, könnte sich der Wettbewerb zusätzlich verschärfen. Gleichzeitig untersuchen das US-Justizministerium und die französische Wettbewerbsbehörde mögliche wettbewerbsrechtliche Fragen rund um die Bündelung von GPUs, Netzwerk-Hardware und CUDA. Ein Verstoß wurde bislang nicht festgestellt, doch mögliche spätere Vorgaben könnten die Vermarktungsfreiheit des Konzerns einschränken.
Dennoch: Analysten sind extrem zuversichtlich. Die durchschnittlichen Kursziele liegen bei etwas mehr als 300 Dollar!
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