Nvidia baut seine technologische Führungsposition weiter aus und liefert damit zugleich ein wichtiges Argument gegen die These, der aktuelle KI-Boom beruhe hauptsächlich auf künstlich erzeugter Nachfrage. Die neue Vera-Rubin-Generation kommt früher als ursprünglich geplant, während konkrete Kundenprojekte und eine anhaltend hohe Nachfrage nach Grafikprozessoren für zusätzliche Zuversicht sorgen. Am Dienstag glaubten die Märkte der Geschichte noch immer. 188,50 Euro sind auf den Börsentafeln zu lesen. Das war ein minimaler, aber wiederum bestätigender Schritt on 0,03 %. Die Aktie hat alle Trendindikatoren wie den GD200 weit hinter sich gelassen.

Nvidia technologisch vorne

Besonders viele Blicken gelten der R100-Architektur. Nvidia zufolge läuft die Vollproduktion bereits an, obwohl dieser Schritt ursprünglich erst für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen war. Der Chip verfügt über 288 Gigabyte HBM4-Speicher und erreicht eine Speicherbandbreite von 22 Terabyte pro Sekunde. Gleichzeitig wächst die Fertigungskapazität. Der Partner Wistron hat in Fort Worth, Texas, eine rund 30.000 Quadratmeter große Anlage eröffnet, in der zunächst GB300 Grace Blackwell Ultra Superchips produziert und später die Vera-Rubin-Generation vorbereitet werden soll.

Auch bei den Kunden gibt es konkrete Wachstumsimpulse. SpaceX beziehungsweise Elon Musk will für seine KI-Systeme künftig ausschließlich Nvidia-GPUs einsetzen. Geplant ist unter anderem die Vera-Rubin-NVL72-Architektur. Sie könnte sowohl für Anwendungen auf der Erde als auch für KI-Systeme im Orbit eingesetzt werden. Damit eröffnet sich Nvidia ein weiteres Einsatzfeld außerhalb klassischer Rechenzentren.

Die Nachfrage zeigt sich zudem im Endkundengeschäft. Preise für Nvidia-Grafikkarten der Blackwell- beziehungsweise RTX-50-Generation sind im US-Einzelhandel zuletzt deutlich gestiegen. Die RTX 5060 kostet laut den vorliegenden Angaben inzwischen 469,99 Dollar, die RTX 5070 sogar 899,99 Dollar. Höhere Preise bei weiterhin großer Nachfrage sprechen zumindest gegen eine unmittelbare Schwäche auf der Absatzseite.

Der Kapitalmarkt honoriert diese operative Perspektive weiterhin. Wells Fargo bestätigte seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 315 Dollar, nachdem auch Citigroup Nvidia zuvor auf „Buy“ hochgestuft hatte. Das Potenzial ist also extrem hoch.

Der entscheidende Prüfstein folgt am 26. August. Dann veröffentlicht Nvidia die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Erwartet werden rund 91 Milliarden Dollar Umsatz vom Management und etwa 92 Milliarden Dollar laut Analystenkonsens. Die Zahlen müssen damit nicht nur stark ausfallen, sondern auch die hohen Erwartungen an das weitere KI-Wachstum rechtfertigen.