Nvidia hat den Freitag mit einem Kurs von 168,90 Euro beendet und damit „nur“ 1,61 % verloren. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 6,44 %, was deutlich ist, aber noch nicht entscheidend. Die Aktie ist formal, also technisch im klaren Aufwärtstrend.
Auslöser der jüngsten Zurückhaltung ist weniger die operative Entwicklung des Konzerns als vielmehr die Verschiebung der Investitionen innerhalb der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Während Grafikprozessoren unverändert stark nachgefragt werden, fließt ein wachsender Teil der Investitionen inzwischen in Hochbandbreitenspeicher, Netzwerktechnik und Verbindungslösungen.
Nvidia: Was sich aktuell ändert
Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend beim Markt für HBM Speicher. Lieferengpässe bei den Komponenten führen dazu, dass Speicherhersteller derzeit einen überproportionalen Teil der Investitionen auf sich ziehen. Für Nvidia bedeutet dies jedoch keinen Nachfragerückgang.
Vielmehr bleibt der Konzern einer der wichtigsten Abnehmer dieser Technologien, während komplette Rechenzentrumssysteme immer stärker in den Mittelpunkt der Ausbaupläne großer Cloudanbieter rücken.
Zudem arbeitet Nvidia an der nächsten Plattformgeneration. Nach Angaben aus der Lieferkette liegt Vera Rubin im Zeitplan. Der Produktionshochlauf soll im dritten Quartal beginnen. Die Architektur wurde speziell für KI-Modelle mit Billionen Parametern entwickelt und soll den Inferenzdurchsatz je Watt deutlich erhöhen. Für Betreiber großer Rechenzentren spielt dieser Effizienzgewinn eine zentrale Rolle, weil sich damit sowohl Rechenleistung als auch Energiekosten verbessern lassen.
Auch die Analysten bleiben optimistisch. Der Konsens für das durchschnittliche Kursziel beträgt 300,59 US Dollar. Gegenüber dem letzten Schlusskurs von 192,53 US-Dollar ergibt sich daraus ein rechnerisches Potenzial von rund 56,12 %. Die Börsen sind also bedeutend nervöser als die Experten, die im Mittel das Kursziel zuletzt sogar noch ein wenig angehoben haben.
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