Die Nvidia-Aktie hat am Dienstag im Frankfurter Handel 1,09 % auf 197,42 Euro nachgegeben. Der Börsenwert liegt damit bei rund 5,52 Billionen Euro. Analysten sehen dennoch weiteres Potenzial: Ihr durchschnittlicher fairer Wert liegt bei mehr als 300 Dollar je Aktie. Die enorme Finanzkraft nutzt Nvidia zunehmend auch außerhalb des klassischen Chipgeschäfts. Zuletzt rückte eine Transaktion im Volumen von fast 13 Milliarden Dollar in den Blick. Mit solchen Beteiligungen und Übernahmen kann der Konzern Technologien und Kompetenzen entlang der KI-Wertschöpfungskette an das eigene Geschäft binden.

Nvidias Position beruht dabei längst nicht allein auf der Leistungsfähigkeit seiner Grafikprozessoren. Hardware, Software und Entwicklerwerkzeuge bilden ein eng verzahntes Ökosystem. Kunden, die ihre KI-Anwendungen darauf aufgebaut haben, müssten bei einem Anbieterwechsel nicht nur andere Chips einsetzen, sondern häufig auch Software und Entwicklungsprozesse anpassen. Milliardeninvestitionen in angrenzende Technologien können diese Bindung weiter verstärken. Sie sichern Nvidia Zugang zu wichtigen Entwicklungen und helfen dem Konzern, sich gegen konkurrierende Halbleiteranbieter sowie eigene KI-Chips großer Cloudkonzerne zu behaupten.

Nvidia: Überall vertreten

Die außergewöhnliche Unternehmensgröße hat inzwischen direkte Folgen für viele Anleger. Nvidia besitzt in kapitalisierungsgewichteten Aktienindizes ein hohes Gewicht. Wer zusätzlich zu einem breiten Welt- oder US-Index noch Technologie- und KI-Fonds hält, kann deshalb über mehrere Produkte erhebliche Nvidia-Anteile im Depot haben.

Das kann die tatsächliche Streuung eines Portfolios deutlich verringern. Steigt der Nvidia-Kurs, nimmt bei kapitalisierungsgewichteten Indizes auch der Anteil des Unternehmens zu. Mehrere unterschiedliche ETFs bedeuten deshalb nicht automatisch, dass das investierte Kapital auf ebenso viele unterschiedliche Unternehmen verteilt ist. Der KI-Boom muss inzwischen eine Bewertung von mehr als 5 Billionen Euro tragen. Schon ein Kursanstieg von 10 % würde rechnerisch mehr als 550 Milliarden Euro zusätzlichen Börsenwert schaffen. Das durchschnittliche Analystenziel von über 300 Dollar zeigt, welche Größenordnung dem Gewinnwachstum und der weiteren Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin zugetraut wird.