Nvidia startet mit Schwung in die zweite Jahreshälfte 2026. Die nächste Chip-Generation läuft an, die Umsatzerwartungen steigen — und Analysten sehen Spielraum nach oben.
Vera Rubin geht in Serienproduktion
Der wichtigste Kurstreiber ist die neue „Vera Rubin“-Plattform. Sie löst die Blackwell-Generation ab und ging im Juni offiziell in die Massenproduktion. SemiAnalysis prognostiziert, dass Nvidias Rechenzentrumsumsatz im zweiten Halbjahr die Konsenserwartungen um 20 Prozent übertreffen könnte.
Ein früherer Engpass beim HBM4-Speicher ist behoben. Der neue Speicher liefert rund 22 TB/s Bandbreite pro GPU — dreimal so viel wie das HBM3e im Vorgänger. Ab Herbst beliefert Nvidia acht große Cloud-Partner, darunter AWS, Google Cloud, Microsoft Azure und Oracle Cloud.
Allerdings gibt es eine technische Änderung. Die ursprünglich geplante „Rubin Ultra“-Konfiguration mit vier Chips fällt weg. An ihre Stelle tritt eine kompaktere Version mit halber Baugröße und entsprechend angepasster Leistung. Wie sich das langfristig auf den Umsatz auswirkt, ist noch offen.
Vietnam als neuer Entwicklungsstandort
Nvidia baut parallel dazu seine Präsenz in Südostasien aus. Das Vietnam Research and Development Center, das im Dezember 2024 eröffnet wurde, soll zu einem globalen KI-Engineering-Hub wachsen. Das kündigte Nvidia-Vizepräsident Steven Truong am 30. Juni auf einer Konferenz in Hanoi an.
Die Zahlen hinter dem Ausbau sind bemerkenswert. Das Vietnam-Geschäft wuchs zwischen 2025 und 2026 um rund 130 Prozent. Das lokale Ingenieursteam legte um 90 Prozent zu. Nvidia will in der Region sogenannte „KI-Fabriken“ aufbauen — lokale Infrastruktur, die weniger auf klassische Cloud-Dienste angewiesen ist.
Kurs stabilisiert sich, Guidance bleibt hoch
Nvidia schloss den Juni mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,85 Billionen US-Dollar. Mitte des Monats hatte die Aktie noch rund 8 Prozent verloren. Zum Quartalsende erholte sie sich und notierte am 30. Juni bei 200,09 US-Dollar — ein Tagesplus von 2,63 Prozent.
Für das laufende Quartal, das im Juli endet, gibt Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden US-Dollar als Ziel aus. Im Vorquartal waren es 82 Milliarden. Ob der Hochlauf der Rubin-Plattform im dritten Quartal diese Erwartungen trägt, wird der entscheidende Test für die aktuelle Bewertung sein — zumal der Wettbewerb durch regionale Chip-Hersteller zunimmt.
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