Der Halbleitermarkt feiert im Jahr 2026 eine gigantische Party, doch der einstige unangefochtene Stargast NVIDIA läuft der Musik im Moment hinterher. Während der breite Semiconductor-ETF seit Jahresbeginn deutlich zweistellig zulegt, dümpelt die NVIDIA-Aktie bei einem mageren Plus von rund fünf % herum. Die Prioritäten an der Börse haben sich verschoben. Aktuell steht die begleitende Infrastruktur im Rampenlicht, weshalb Speicher-Spezialisten wie Micron kräftig absahnen.

Sturzflug bei den GPU-Preisen

Richtig ungemütlich wird es beim Blick auf den sogenannten Spotmarkt für Rechenleistung. Die Preise für NVIDIAs aktuelles Flaggschiff, den B200-Blackwell-Chip, sind innerhalb weniger Wochen regelrecht eingebrochen. Kostete die Stunde Ende Mai noch stolze 6,11 US-Dollar, sackte der Preis bis Mitte Juni auf rund 4,22 Dollar ab – ein satter Sturzflug von über 30 %. Unabhängige Portale meldeten teilweise sogar noch tiefere Preise im Kellerbereich.

Der KI-Kosten-Kater am Beispiel Uber

Hinter diesem Einbruch steckt ein massiver KI-Kosten-Kater bei den Unternehmenskunden. Die unkontrollierten Ausgaben zwingen viele Firmen zu einer harten Budgetbremse. Ein extremes Beispiel liefert Uber: Der Fahrdienst-Riese hatte sein gesamtes KI-Budget für 2026 bereits im April komplett verfeuert, weil die Entwickler ein neues KI-Tool exzessiv und spielerisch genutzt hatten. Diese unvorhersehbaren Kosten sorgen aktuell für eine enorme Planungsunsicherheit auf allen Seiten des Marktes.

Google und SpaceX als Rettungsanker

Ein totaler Kollaps der Nachfrage droht NVIDIA aber nicht, denn es gibt ein gewichtiges Gegengewicht auf der Bilanzseite. Ein gigantischer Cloud-Deal zwischen Google und SpaceX spült Milliarden in den Sektor. Google mietet gewaltige Kapazitäten, die rund 110.000 NVIDIA-GPUs umfassen, und blättert dafür bis 2029 über 30 Milliarden Dollar hin. Für Branchenexperten ist das der klare Beweis, dass NVIDIAs Marktstellung langfristig intakt und das Geschäft bis weit ins Jahr 2027 hinein abgesichert bleibt.