Es ist ein paradoxes Bild, das sich derzeit an den Märkten abzeichnet: Nvidia pulverisiert erneut sämtliche Erwartungen, doch die Anleger schicken die Aktie zweistellig in den Keller. Während der Chip-Gigant mit einem Umsatz von über 68 Milliarden Dollar und einem satten Gewinnplus von 73 %glänzt, scheint der pure Wachstumsrausch an seine Grenzen zu stoßen.
Wenn Perfektion zur Belastung wird
Nvidia ist zum Opfer seiner eigenen Erfolgsgeschichte geworden. Die Wall Street hat sich so sehr an „Earnings-Beats“ gewöhnt, dass bloßes Übertreffen der Prognosen nicht mehr ausreicht. Inzwischen wird jedes Detail seziert – und diesmal lieferten die Zahlen Angriffsfläche. Besonders die Bruttomargen, die leicht unter dem gewohnten Niveau lagen, sorgten für Stirnrunzeln. Es zeigt sich: Selbst ein Fast-Monopolist kämpft mit den immensen Kosten der Skalierung.
Der Blackwell-Faktor und die China-Sorgen
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Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die neue Chip-Generation „Blackwell“. Produktionsverzögerungen und Anpassungen im Design haben das Momentum leicht gebremst. Hinzu kommen die mahnenden Worte von Finanzchefin Colette Kress: Die anhaltenden Exportbeschränkungen nach China bleiben ein Klotz am Bein. Wenn einer der wichtigsten Märkte der Welt nur eingeschränkt bedient werden kann, dämpft das die langfristige Fantasie der Investoren massiv.
Die große Sinnfrage: Wo bleibt die Rendite?
Viel schwerer wiegt jedoch die aufkommende Skepsis gegenüber dem gesamten Sektor. Tech-Giganten wie Microsoft, Meta und Amazon pumpen zwar weiterhin Milliarden in die KI-Infrastruktur von Nvidia, doch die Frage nach der Monetarisierung wird lauter. Anleger wollen sehen, dass die installierte Rechenpower auch in echte Gewinne bei den Kunden mündet. Ohne diesen Nachweis wirkt das aktuelle Investitionsvolumen für viele Investoren wie eine Blase, die gefährlich groß geworden ist.
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