Ein Wochenverlauf wie eine Achterbahnfahrt: Nvidia verliert den Titel als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt an Apple – und holt ihn Tage später zurück. Am Freitag schießt die Aktie um 2,98 Prozent nach oben. Der Grund für das Hin und Her: Sorgen um die Finanzierung der KI-Infrastruktur.

Apple zieht kurz vorbei, dann schlägt Nvidia zurück

Apple überholte Nvidia Anfang der Woche bei der Marktkapitalisierung. Das passierte zuletzt im April 2025. Seit Juni 2025 hatte Nvidia die Spitze gehalten.

Der Auslöser: Ein Bericht über Verhandlungen zwischen Nvidia und OpenAI. Es geht um eine Finanzierung von 250 Milliarden Dollar für OpenAIs Rechenzentren. Anleger fürchteten zirkuläre Geschäfte und ausufernde Investitionsausgaben in der Branche. Die Nvidia-Aktie brach am Montag um 5 Prozent ein.

Der Freitagsrally verkleinerte den Abstand zu Apple wieder deutlich. Auf Wochensicht bleibt die Aktie dennoch mit 4,21 Prozent im Minus.

Warum Anleger zu Apple wechselten

Apples Aufstieg hatte einen klaren Grund. Investoren bevorzugten zuletzt Firmen mit zurückhaltenden KI-Ausgaben. Apples Investitionsausgaben sind in den vergangenen drei Quartalen gesunken, nicht gestiegen.

Nvidia steht dagegen im Zentrum der teuersten Infrastruktur-Investitionen der Branche. Genau das beobachten Investoren derzeit besonders kritisch. Hinzu kommt eine Rotation weg von Momentum-Aktien, die auch Speicherchip-Hersteller und andere Halbleiterwerte hart getroffen hat.

Nächster Termin: Zahlen am 26. August

Am 26. August, um 14 Uhr Pacific Time, hält Nvidia seine Telefonkonferenz zum zweiten Quartal des Fiskaljahres 2027 ab. Das Berichtsquartal endete am 26. Juli 2026.

Investoren erwarten Antworten auf mehrere Fragen. Wie entwickelt sich die Nachfrage aus den Rechenzentren? Was passiert mit den milliardenschweren Finanzierungsvereinbarungen für große KI-Infrastrukturprojekte? Und wie schnell dreht sich das Investitionskarussell der gesamten Branche weiter?

Charttechnik bleibt angespannt

Mit 174,36 Euro notiert die Aktie noch 13,9 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht Mitte Mai. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei rund 38 Prozent – ein Hinweis darauf, wie empfindlich das Papier weiterhin auf Nachrichten zu KI-Ausgaben und Wettbewerbsposition reagiert.

Trotz der Turbulenzen der vergangenen Woche steht die Aktie seit Jahresbeginn mit 8,78 Prozent im Plus. Der Machtkampf um den Titel des wertvollsten Unternehmens dürfte spätestens am 26. August in eine neue Runde gehen – dann liefert Nvidia die nächsten harten Zahlen zur Nachfrage im KI-Geschäft.