Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon berichten diese Woche ihre Quartalszahlen. Für Nvidia ist das mehr als ein Branchenereignis — es ist der entscheidende Realitätscheck für eine Bewertung von rund fünf Billionen Dollar.
Warum die Capex-Pläne der Cloud-Riesen zählen
Die vier Hyperscaler sind Nvidias größte Kunden. Ihre Investitionspläne für 2026 bestimmen, ob der jüngste Kursanstieg auf soliden Fundamenten steht oder auf Erwartungen, die sich schnell korrigieren lassen.
Microsoft gilt dabei als wichtigster Einzelkunde. Hält der Konzern seine ambitionierten Ausgabenpläne aufrecht, signalisiert das anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Chips. Kürzt er, könnte das auf eine Plateauphase beim KI-Infrastrukturausbau hindeuten.
Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 182,26 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten fast 90 Prozent zugelegt. Das Kursniveau lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.
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Jensen Huang räumt mit Gerüchten auf
Nvidia-Chef Jensen Huang hat in einem Interview klargestellt, wie der Konzern seine GPUs verteilt. Nicht der höchste Preis entscheidet — sondern die Reihenfolge der Bestellungen. Kunden mit fertiger Rechenzentrumsinfrastruktur erhalten Vorrang. Wer noch baut, wartet länger.
Gerüchte über eine preisbasierte Zuteilung wies Huang zurück. Nvidias Preise seien endgültig und steigen nicht mit der Nachfrage.
Den eigentlichen Engpass sieht er woanders: Der physische Bau von Gigawatt-Rechenzentren und die Verfügbarkeit von Energie bremsen den KI-Ausbau stärker als die Chip-Produktion selbst.
Starke Zahlen, aber Gegenwind am Horizont
Die Fundamentaldaten sind robust. Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,13 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um 94 Prozent. Für das laufende Quartal peilt das Management rund 78 Milliarden Dollar Umsatz an, bei Bruttomargen von etwa 75 Prozent.
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Lieferverträge geben zusätzliche Planungssicherheit. Nvidia hat Systeme mit einer Kapazität von mindestens zehn Gigawatt für OpenAI zugesagt, dazu Vereinbarungen mit Anthropic, Meta und CoreWeave. Die gesamten Lieferzusagen belaufen sich auf 95,2 Milliarden Dollar.
Allerdings wächst der Wettbewerb. Alphabet — selbst ein Großkunde — entwickelt eigene Chips, die später in diesem Jahr für Cloud-Kunden verfügbar sein sollen. Hinzu kommt das Fed-Meeting diese Woche. Ein hawkisher Ton von Jerome Powell könnte die Risikobereitschaft im Halbleitersektor schnell dämpfen.
Nächster Termin: 20. Mai
Von den 60 Analysten, die Nvidia abdecken, empfehlen 57 den Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 268,61 Dollar. Ob diese Ziele Bestand haben, hängt maßgeblich davon ab, was die Hyperscaler in den kommenden Tagen über ihre KI-Ausgaben sagen.
Der nächste harte Datenpunkt folgt am 20. Mai 2026, wenn Nvidia nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 vorlegt — inklusive erster Zahlen zum Hochlauf der Blackwell-Architektur.
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