Nvidia hat die Börsenwoche mit einem Rekordschluss beendet — und steht nun vor den wichtigsten Tagen des Jahres. Die Marktkapitalisierung überstieg erstmals seit Oktober wieder die Marke von fünf Billionen Dollar. Das Timing könnte kaum dramatischer sein.
Intel liefert den Auslöser
Der unmittelbare Kursschub kam nicht von Nvidia selbst. Intel meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 13,58 Milliarden Dollar — deutlich über der Konsenserwartung von 12,42 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,29 Dollar, Analysten hatten maximal zwei Cent erwartet.
Für Nvidia ist das eine indirekte Bestätigung. Intel liefert CPUs, Nvidia GPUs — beide bedienen dieselbe Rechenzentrum-Infrastruktur. Wer aggressiv in Intel-Prozessoren investiert, kauft in der Regel auch Nvidia-Chips. Starke Intel-Zahlen signalisieren also: Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur läuft. An der Frankfurter Börse schloss die Aktie mit einem Plus von 4,84 Prozent auf 177,66 Euro — knapp ein Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Hyperscaler-Woche als Stresstest
Am Mittwochabend berichten Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon ihre Quartalsergebnisse. Alle vier sind Großkunden von Nvidia. Die Kernfrage: Halten die KI-Investitionspläne?
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Die geplanten Ausgaben sind enorm:
- Microsoft steuert auf rund 146 Milliarden Dollar für KI- und Cloud-Infrastruktur im Fiskaljahr 2026 zu
- Meta plant für 2026 Investitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar
- Amazon will im laufenden Jahr rund 200 Milliarden Dollar ausgeben — der höchste Wert unter den Hyperscalern
Jedes Signal einer Abschwächung dieser Budgets würde Nvidia direkt treffen. Umgekehrt gilt dasselbe.
Zusätzlich tagt am Dienstag und Mittwoch die US-Notenbank. Der Zinsentscheid folgt am Mittwoch um 20 Uhr MEZ. Märkte erwarten eine unveränderte Zielspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Entscheidend wird der Ton von Fed-Chef Powell zur Inflations- und Wachstumslage — er kann die Risikobereitschaft im Halbleitersektor schnell verschieben.
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Vera Rubin: Lieferverzögerung, aber kein Kurswechsel
Ein strukturelles Thema bleibt die nächste GPU-Generation. Laut einer Analyse von KeyBanc Capital Markets hat Nvidia sein Produktionsziel für die Rubin-GPU für 2026 von zwei Millionen auf 1,5 Millionen Einheiten gesenkt. Grund: Verzögerungen bei der Zertifizierung des neuen HBM4-Speichers durch SK Hynix und Micron. Die Prognose für Vera-Rubin-Serverracks fiel von ursprünglich 12.000 bis 14.000 Einheiten auf rund 6.000.
KeyBanc-Analyst John Vinh stuft die Aktie dennoch mit „Overweight“ und einem Kursziel von 275 Dollar ein. Er wertet den Effekt der Verzögerung als begrenzt. Nvidia liefert in diesem Jahr weiterhin über 60.000 NV72-Serverracks auf Basis der bestehenden Blackwell-Architektur.
Eigene Zahlen am 20. Mai
Nvidia selbst berichtet am 20. Mai seine Ergebnisse für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027. Analysten erwarten dreistelliges Gewinnwachstum im Jahresvergleich. Im Vorjahreszeitraum hatte eine Abschreibung von 4,5 Milliarden Dollar — ausgelöst durch US-Exportbeschränkungen für China — die Basis gedrückt. Das Management hat für das laufende Quartal ein Umsatzwachstum von rund 77 Prozent in Aussicht gestellt. Die Hyperscaler-Ergebnisse dieser Woche werden zeigen, ob diese Erwartung auf festem Boden steht.
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