Der Biotech-Wert Ocugen zieht wieder die Blicke auf sich. Am Mittwoch legte die Aktie um 2,15 Prozent zu und notierte bei 1,23 Euro. In den vergangenen sieben Tagen summiert sich das Plus auf über 15 Prozent.

Die Kauflaune hat einen Hintergrund: Analysten halten an ihren positiven Bewertungen fest. Canaccord Genuity bestätigte zuletzt das „Buy“-Rating, senkte aber das Kursziel. Der Konsens der Analysten bleibt ein „Moderate Buy“. Das RSI von 58,7 zeigt moderate Dynamik – der Wert hat Luft nach oben, aber auch nach unten.

Drei Kandidaten in der Pipeline

Der Kern der Geschichte ist Ocugens klinische Pipeline. Drei Gentherapie-Kandidaten stehen im Fokus: OCU400, OCU410 und OCU410ST. Sie zielen auf verschiedene Augenerkrankungen ab.

Die Daten zu OCU410 sind vielversprechend. Die Therapie reduzierte das Wachstum von Makulaläsionen um 46 Prozent. Die Zulassungsanträge werden zwischen 2026 und 2028 erwartet. Für OCU410ST liegen die Topline-Ergebnisse voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 vor.

Das ist der Stoff, aus dem Kursphantasie wächst. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Finanzierung bis 2028 gesichert

Die Bilanz gibt Anlass zur Vorsicht. Ocugen erlöste im Quartal rund 1,4 Millionen Euro Umsatz. Der Nettoverlust lag bei 17,6 Millionen Euro.

Die operative Reichweite ist dank einer Finanzierungsspritze gesichert: Eine Wandelanleihe über 130 Millionen Dollar soll den Geldhahn bis 2028 offen halten. Ein Vorteil, denn klinische Studien kosten Geld.

Die Aktie notiert knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,25 Euro. Die 200-Tage-Linie liegt bei 1,32 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,35 Euro ist der Wert fast 48 Prozent entfernt. Vom Tief bei 0,78 Euro beträgt der Abstand 58 Prozent.

Ocugen bleibt eine Wette auf die Pipeline. Die nächsten Meilensteine 2027 werden zeigen, ob die Hoffnung berechtigt ist.