Ölpreise auf Rekordjagd, Silber im Abwärtsstrudel — fünf Rohstoffe im Check

Die Iran-Krise treibt Ölpreise auf über 100 Dollar, während ein starker Dollar Silber und Gold belastet. Ein großer Uranfund in China sorgt für langfristige Unsicherheiten.

Silber Preis Aktie
Kurz & knapp:
  • Brent-Öl erreicht 109 Dollar nach Hormuz-Blockade
  • Silber trotzt Schwäche durch KI-Nachfrage
  • Gold korrigiert nach historischem Höchststand
  • China entdeckt riesige Uran-Lagerstätte

Die Iran-Krise hat den Rohstoffmarkt Anfang April in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite schießen die Ölpreise in Regionen, die zuletzt 2022 auf den Bildschirmen auftauchten. Auf der anderen Seite drückt ein erstarkender Dollar Edelmetalle nach unten. Mittendrin sorgt ein spektakulärer Uranfund in China für zusätzliche Unruhe.

Silber: KI-Nachfrage fängt den Absturz ab

Silber hatte es in den vergangenen Wochen nicht leicht. Seit dem Ausbruch des Nahostkonflikts Ende Februar verlor das Metall über 20 Prozent an Wert — ein brutaler Rücksetzer, der den stärkeren Dollar als sicheren Hafen spiegelt. Am 1. April erholte sich der Spotpreis zwar um mehr als 3 Prozent auf rund 74 bis 76 US-Dollar pro Unze, nur um zwei Tage später wieder auf etwa 73 US-Dollar zurückzufallen.

Die kurzfristige Schwäche überdeckt allerdings einen langfristigen Strukturwandel. Während die Solarbranche zunehmend auf günstigeres Kupfer umsteigt, füllen KI-Rechenzentren die Nachfragelücke. Leiterplatten und hochwertige Verbindungen in der Hardware benötigen Silber — die Preissensibilität ist dort gering.

Der Markt steuert auf sein sechstes Angebotsdefizit in Folge zu. Rund 67 Millionen Unzen dürften 2026 fehlen. Kumuliert seit 2021 beläuft sich der Rückstand bereits auf 820 Millionen Unzen. J.P. Morgan prognostiziert einen Durchschnittspreis von 81 US-Dollar für das laufende Jahr, andere Analysten sehen die Spanne sogar zwischen 80 und 150 US-Dollar.

Gold: Korrektur nach dem 5.600-Dollar-Gipfel

Von seinem historischen Höchststand bei 5.600 US-Dollar Ende Januar hat sich der Goldpreis deutlich entfernt. Aktuell notiert die Feinunze bei rund 4.676 US-Dollar, in Euro bei etwa 4.053 Euro. Starke US-Arbeitsmarktdaten drückten den Preis zwischenzeitlich bis auf 4.401 US-Dollar — ein klassischer Rücksetzer nach einer Überhitzungsphase.

Charttechnisch testet Gold die Widerstandszone bei 4.700 US-Dollar. Die Unterstützung bei 4.500 US-Dollar hielt zuletzt. Der seit Januar etablierte Abwärtstrend scheint gebrochen, ein potenzielles Kursziel liegt bei 4.900 US-Dollar. Im Jahresverlauf hat Gold in Dollar dennoch rund 8 Prozent zugelegt, in Euro sogar fast 10 Prozent — deutlich besser als der S&P 500, der etwa 8 Prozent verlor.

Die Zentralbanken kaufen weiterhin kräftig zu. Der World Gold Council rechnet mit anhaltenden geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, die das Metall stützen. Die makroökonomischen Konsenserwartungen sind zwar weitgehend eingepreist, aber ein weiteres Abflachen des globalen Wachstums könnte Gold erneut Rückenwind geben. Langfristige Prognosen sehen Preise zwischen 7.641 und 11.871 US-Dollar bis 2030 bis 2035.

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Brent Crude: 109 Dollar und die Hormuz-Blockade

Die Straße von Hormuz ist seit dem 15. März faktisch gesperrt. Ein schmaler Korridor unter IRGC-Aufsicht lässt nur ausgewählte Tanker aus China, Russland und Indien passieren. Brent Crude kletterte in diesem Umfeld auf 109,03 US-Dollar pro Barrel — ein Anstieg von rund 51 Prozent gegenüber dem Monatsniveau davor.

Als globaler Benchmark reagiert Brent besonders sensibel auf verbale Signale. Trumps Versuche, die Märkte zu beruhigen, lösten an mehreren Tagen ausgeprägte Ausverkäufe aus — am 1. April, 23. März und 10. März. Die 52-Wochen-Handelsspanne reicht mittlerweile von 58,40 bis 119,50 US-Dollar und verdeutlicht die extreme Volatilität.

Goldman Sachs hat seine Durchschnittsprognose für Brent 2026 auf 85 US-Dollar angehoben, warnt aber: Bei anhaltenden Störungen könnte das Allzeithoch von 147 US-Dollar aus dem Jahr 2008 übertroffen werden. Die EIA erwartet Preise über 95 US-Dollar in den kommenden zwei Monaten, bevor im dritten Quartal ein Rückgang unter 80 US-Dollar einsetzen könnte.

Rohöl WTI: Die historische Benchmark-Inversion

WTI hat vergangene Woche die ungewöhnlichste Entwicklung aller Rohstoffe hingelegt. Der Preis sprang nach Trumps national ausgestrahlter Ansprache um 11 Prozent auf 112,06 US-Dollar — und übertraf damit Brent Crude. Eine solche Inversion, bei der WTI teurer als Brent handelt, ist historisch selten.

Die Erklärung liegt im Handelsverhalten. WTI ist derzeit das bevorzugte Vehikel für Trader, die auf die Dauer der US-Beteiligung am Iran-Konflikt spekulieren. Die Volatilität ist entsprechend extrem: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 74 Prozent, der Kurs hat sich seit Jahresanfang fast verdoppelt.

Die fundamentale Lage verschärft die Situation zusätzlich:

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  • OECD-Bestände: J.P. Morgan warnt vor einem Abbau um 166 Millionen Barrel im April und weiteren 67 Millionen Barrel Anfang Mai — bis das operative Minimum von 842 Millionen Barrel erreicht ist
  • Chinas Nachfrage: Die Rohölimporte stiegen in den ersten beiden Monaten 2026 um 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf durchschnittlich 11,99 Millionen Barrel pro Tag
  • Pufferabbau: Das System absorbiert den Angebotsschock nicht mehr, sondern rationiert zwangsweise die Nachfrage

Die Märkte haben inzwischen sämtliche US-Zinssenkungen für 2026 ausgepreist — ein drastischer Wandel gegenüber den Erwartungen von zwei Senkungen vor dem Konflikt.

Uran: Chinas Mega-Fund in der Inneren Mongolei

In der Wüste der Inneren Mongolei hat China eine Uran-Lagerstätte von gewaltigen Ausmaßen entdeckt. Erste Schätzungen sprechen von rund 30 Millionen Tonnen — genug, um Pekings ambitionierte Atompläne massiv zu beschleunigen und das globale Angebotsgefüge neu zu ordnen.

Der Spotpreis reagierte verhalten. Uran-Futures notieren bei 85,15 US-Dollar pro Pfund, im Jahresvergleich ein Plus von 31,2 Prozent. Die kurzfristige Unsicherheit ist greifbar: Sinkt Chinas Importbedarf, könnten die Weltmarktpreise unter Druck geraten. Langfristig droht eine neue Exportrolle Pekings, die etablierte Lieferanten wie Kasachstan herausfordern würde.

Die langfristigen Vertragspreise erzählen eine andere Geschichte. Sie bleiben stabil und ziehen sogar an. Versorger akzeptieren offenbar höhere Uranpreise, während weltweit politische Programme zur Wiederbelebung der Kernenergie voranschreiten. Die Aufnahme von Uran in die finale USGS-Liste kritischer Rohstoffe und IEA-Prognosen von 210 Milliarden US-Dollar jährlicher Investitionen in Kernenergie bis Mitte der 2030er stützen das Bild. Operative Engpässe in Kanada und ein reduziertes Produktionsziel bei Kazatomprom für 2026 halten das physische Angebot knapp — trotz des China-Funds. Bank of America erwartet für 2026 stetig steigende Preise.

Nahostkrise als Scharnier für den gesamten Rohstoffmarkt

Das OPEC+-Ministertreffen heute — als das folgenreichste seit Gründung der Allianz beschrieben — dürfte den nächsten Impuls für die Ölpreise setzen. Ob die Allianz weitere Förderkürzungen beschließt oder strategische Reserven mobilisiert, entscheidet über den Pfad in den kommenden Wochen.

Für Silber und Gold bleibt die Fed-Politik der entscheidende Hebel. Rückläufige US-Anleiherenditen würden nicht-zinstragende Assets wieder attraktiver machen und könnten die jüngste Schwäche beenden. Beim Uran sorgt der Ordos-Fund kurzfristig für Unsicherheit, die fundamentale Nachfragestory — getrieben durch den globalen Ausbau der Kernenergie — bleibt aber intakt.

Anfang April 2026 zeigt der Rohstoffmarkt ein seltenes Bild: Energierohstoffe im Rausch, Edelmetalle unter Druck, Uran zwischen geologischer Zeitenwende und strukturellem Bullenmarkt. Die Auflösung dieses Spannungsfelds hängt an einem einzigen Faktor — der Frage, wie lange die Hormuz-Krise den Markt im Griff behält.

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