OHB: 3,35 Milliarden Auftragsbestand trotz KKR-Verkauf

Trotz eines Rekordauftragsbestands von 3,35 Milliarden Euro fällt die OHB-Aktie aufgrund des geplanten KKR-Ausstiegs deutlich.

OHB SE Aktie
Kurz & knapp:
  • KKR reduziert Anteil drastisch
  • Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • Erster RFA-ONE-Raketenstart geplant
  • Hauptversammlung am 8. Juni

Innerhalb von sieben Tagen hat die OHB-Aktie fast ein Viertel ihres Wertes verloren — und das, während der Konzern operativ so stark dasteht wie nie zuvor. Der Konflikt zwischen kurzfristigem Verkaufsdruck und langfristiger Substanz prägt gerade das Bild des Bremer Raumfahrtkonzerns.

KKR will raus — schnell

Der Auslöser ist klar: Finanzinvestor KKR beabsichtigt, seinen Anteil von rund 29 Prozent bis Ende Juni auf eine einstellige Quote zu drücken. Rund 20 Prozentpunkte der Anteile kommen damit auf den Markt. Das drückt auf den Kurs — der Schlusskurs liegt bei 373 Euro, gut 46 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 688 Euro aus dem Mai.

Das Manöver hat allerdings eine konstruktive Seite. Der Streubesitz würde von derzeit rund 6 Prozent auf etwa 26 Prozent steigen — ein Sprung, der die Aktie für institutionelle Investoren handelbar macht und eine mögliche Aufnahme in wichtige Börsenindizes erst realistisch werden lässt. Die Gründerfamilie Fuchs bleibt mit 65 Prozent unangefochten in der Kontrolle.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei OHB SE?

Rekordauftragsbestand trifft Satelliten-Meilenstein

Operativ läuft es. Zum Ende des ersten Quartals 2026 meldete OHB einen Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro — ein Plus von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Segment Space Systems allein trägt 2,68 Milliarden Euro dazu bei, gestützt durch ESA-Programme und wachsende Verteidigungsbudgets.

Frisch dazu kommt ein Zuliefererauftrag der Tochter OHB Sweden: Der schwedische Raumfahrtzulieferer AAC Clyde Space erhält 7,6 Millionen Euro für Energie- und Datenmanagementsysteme — konkret 21 Einheiten zweier Subsystem-Typen für die EPS-Sterna-Satelliten. Das Projekt ist Teil eines im März gesicherten ESA-Großauftrags über 248 Millionen Euro. OHB Sweden baut als Hauptauftragnehmer 20 Kleinsatelliten für präzisere Wetterdaten aus der polaren Umlaufbahn; der erste Start ist für 2029 geplant.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei OHB SE?

Die Quartalszahlen zum Jahresauftakt bestätigen den Wachstumskurs: Die Gesamtleistung stieg um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro, das EBITDA erreichte 25,7 Millionen Euro.

Hauptversammlung und Raketenstart im Blick

Am Montag, 8. Juni, trifft sich OHB zur ordentlichen Hauptversammlung. Auf der Agenda steht eine vorgeschlagene Dividende von 0,60 Euro je Aktie sowie die Ermächtigung, bis 2031 Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen von bis zu 1,2 Milliarden Euro Gesamtnennbetrag ausgeben zu dürfen — finanzieller Spielraum für das Wachstum bei Satellitenkonstellationen und im Verteidigungsgeschäft.

Wenige Wochen später, am 1. Juli, plant die OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg den ersten Startversuch der Rakete RFA ONE. Gelingt der Start, wäre das ein weiterer Beweis, dass hinter der aktuellen Kursschwäche ein operativ intaktes Unternehmen steckt.

OHB SE-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue OHB SE-Analyse vom 4. Juni liefert die Antwort:

Die neusten OHB SE-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für OHB SE-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

OHB SE: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu OHB SE

Über Dieter Jaworski 4625 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
  • Substanz: Investitionen nur auf Basis solider Kennzahlen (Umsatz, Gewinn, Cashflow etc.).
  • Disziplin: Regelbasiertes Handeln zur Vermeidung emotionaler Fehlentscheidungen.
  • Nachhaltigkeit: Langfristige Strategien statt kurzfristiger Spekulation.
  • Unabhängigkeit: Keine Interessenkonflikte, nur Ihre finanziellen Ziele im Fokus.

Mein Ziel: Ihr Partner für systematischen Vermögensaufbau

Ich möchte Menschen helfen, ihre Finanzen selbstbewusst und mit einem klaren Plan zu steuern. Mit System, Substanz und meiner jahrzehntelangen Erfahrung unterstütze ich Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Vermögensaufbau.