OHB Aktie: Kurs bricht weg

Die OHB-Aktie verliert deutlich, obwohl das Raumfahrtunternehmen mit Rekordaufträgen und starkem operativem Ergebnis überzeugt. Ein Teilverkauf durch KKR und Gewinnmitnahmen nach dem Artemis-Start belasten den Kurs.

OHB SE Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursverlust trotz Rekordauftragsbestand
  • Teilausstieg des Großaktionärs KKR
  • Starke operative Zahlen für 2025
  • Milliardenauftrag vom Bund wartet auf Freigabe

Starke Auftragsbücher, ein Rekordauftragsbestand — und trotzdem gibt die Aktie nach. Bei OHB klaffen operative Realität und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.

KKR-Verkauf trifft auf Artemis-Ernüchterung

Zwei Entwicklungen haben den Kurs zuletzt unter Druck gebracht. Zum einen bereitet Finanzinvestor KKR den Teilausstieg vor: Rund 20 Prozent seiner OHB-Bestände sollen über Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan am Markt platziert werden. KKR hält aktuell rund 29 Prozent an OHB — der Schritt soll den Streubesitz erhöhen und die Handelbarkeit verbessern. An der Kontrolle ändert sich nichts: Die Gründerfamilie Fuchs hält weiterhin 65 Prozent der Stimmrechte.

Zum anderen spielte sich rund um den Artemis-2-Start am 1. April das klassische „Buy the rumour, sell the news“-Muster ab. OHBs Beteiligung war seit Langem bekannt und längst eingepreist — entsprechend nutzten viele Marktteilnehmer den Starttag zur Gewinnmitnahme. Die Aktie verlor an diesem Tag 7,36 Prozent auf 277 Euro. Am 12. April folgte ein weiterer Rücksetzer auf 264 Euro, nachdem der Vortag noch bei 290 Euro geschlossen hatte — ein Tageseinbruch von rund 9 Prozent.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei OHB SE?

Operativ läuft es besser denn je

Der Kursrückgang steht in scharfem Kontrast zur Geschäftsentwicklung. Im Geschäftsjahr 2025 stieg die Gesamtleistung um 21 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 84 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte Ende 2025 mit 3,19 Milliarden Euro ein Rekordniveau — das Book-to-Bill-Verhältnis von über 1,5 signalisiert, dass deutlich mehr Aufträge hereinkommen als abgearbeitet werden.

Die vollständige Übernahme der MT Aerospace AG Ende 2025 stärkt zusätzlich die Wertschöpfungskette für europäische Trägersysteme wie die Ariane 6.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei OHB SE?

Milliardenprogramm wartet auf grünes Licht

Ein weiterer Faktor bleibt vorerst ungelöst: Das Bundeskartellamt prüft das geplante Gemeinschaftsunternehmen zwischen OHB und Rheinmetall Digital für das Bundeswehr-Kommunikationsnetz SATCOMBw Stufe 4. Das Programm umfasst rund 100 Satelliten und hat ein geschätztes Gesamtvolumen von acht bis zehn Milliarden Euro. Analysten von NuWays beziffern den potenziellen Umsatzanteil für OHB auf 2,7 bis 3,3 Milliarden Euro — eine Größenordnung, die das Unternehmen strukturell verändern würde, falls das Kartellamt zustimmt.

Das Management hält an seinen Zielen fest: Für 2026 sind Erlöse von 1,4 Milliarden Euro und eine EBITDA-Marge von 11 Prozent geplant, bis 2028 soll die Gesamtleistung auf über zwei Milliarden Euro wachsen. Konkrete Orientierungspunkte liefern der Q1-Bericht am 7. Mai sowie die Hauptversammlung am 24. Juni, auf der eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie zur Abstimmung steht.

OHB SE-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue OHB SE-Analyse vom 13. April liefert die Antwort:

Die neusten OHB SE-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für OHB SE-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

OHB SE: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu OHB SE

OHB SE Jahresrendite