OHB steuert auf einen wichtigen Termin zu: Heute in zwei Wochen legt der Konzern den testierten Jahresabschluss 2025 vor. Bis dahin stehen zwei Themen im Vordergrund, die die Perspektive für 2026 und darüber hinaus prägen: das mögliche Bundeswehr-Satellitenprojekt SATCOMBw Stufe 4 und der operative Hochlauf der Ariane 6. Wie belastbar ist das Wachstum – und kommt es auch in der Marge an?
Bundeswehr-Projekt: Gespräche mit Rheinmetall
OHB bestätigte Ende Januar per Ad-hoc-Mitteilung laufende Gespräche mit Rheinmetall über eine Kooperation bei Vergabeverfahren der öffentlichen Hand. Im Zentrum steht SATCOMBw Stufe 4, ein Satellitennetzwerk für die Bundeswehr mit geschätzten Projektkosten von bis zu 10 Milliarden Euro.
Geplant ist ein Netzwerk aus 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Anders als bei den Vorgängerstufen mit wenigen geostationären Satelliten setzt das Konzept auf viele Einheiten – technisch vergleichbar mit dem Ansatz großer Satellitenkonstellationen. In der möglichen Arbeitsteilung würde Rheinmetall als Systemhaus die militärische Integration übernehmen, OHB die Satellitenfertigung und das Engineering liefern.
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Für die industrielle Seite hat OHB bereits Kapazitäten aufgebaut: Im Oktober 2025 übernahm der Konzern ein Werk in Schöneck (Sachsen), um eine mögliche Serienfertigung vorzubereiten. Konkurrenz gibt es ebenfalls: Airbus Defense and Space, Betreiber der bisherigen SATCOMBw-Stufen 2 und 3, bestätigte Gespräche mit dem Verteidigungsministerium.
Ariane 6: MT Aerospace bringt Rückenwind
Operativ kam im Februar ein wichtiges Signal aus dem Ariane-Programm: Die Ariane 6 absolvierte ihren ersten kommerziellen Flug und brachte 32 Satelliten für Amazons Breitbandkonstellation in den Orbit. Das ist für OHB direkt relevant, weil die Tochter MT Aerospace Tanks und Strukturkomponenten für die Ariane 6 fertigt und einen Arbeitsanteil von zehn Prozent am Programm hat.
Mit dem Start begann zudem die Abarbeitung des laut Quelle größten kommerziellen Vertrags in der Geschichte von Arianespace: Amazon hat insgesamt 18 Starts fest gebucht. Seit Oktober 2025 gehört MT Aerospace vollständig zu OHB – Erträge aus dem Produktionshochlauf fließen damit komplett in die Konzernbilanz.
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Zahlen, Ziele – und der Termin am 19. März
In den ersten neun Monaten 2025 stieg die Gesamtleistung um 21 Prozent auf 863,5 Millionen Euro. Das EBITDA legte von 62,4 Millionen auf 75,5 Millionen Euro zu. Auf dem Capital Market Day im Januar erhöhte OHB die Ziele: Für 2026 nennt der Konzern 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung bei einer EBITDA-Marge von 11 Prozent. Bis 2028 sollen mehr als 2,0 Milliarden Euro Gesamtleistung sowie EBITDA-Margen von über 12 Prozent erreicht werden.
Strategisch passt dazu die vertikale Integration: OHB übernahm weitere 30 Prozent an der MT Aerospace AG und ist damit alleiniger Anteilseigner. Außerdem wurde die European Moonport Company gegründet, die Mondaktivitäten bündeln soll.
Der nächste konkrete Prüfstein folgt am 19. März, wenn OHB den testierten Konzernabschluss 2025 auf der Bilanzpressekonferenz und in der Ergebnispräsentation detailliert vorstellt. Dann wird sichtbar, ob die operative Marge bereits mit dem Umsatzwachstum Schritt hält – während parallel das SATCOMBw-Vergabeverfahren über die Perspektive im Verteidigungsbereich mitentscheiden kann.
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