OHB startet die neue Handelswoche mit einem Erholungsversuch. Die Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns legt um 2,39 Prozent zu und steigt auf 235,50 Euro. Nach einem Kursrutsch von rund 20 Prozent im Juli richten Anleger den Blick nun auf Donnerstag.
Countdown zum Quartalsbericht am 6. August
Am 6. August veröffentlicht OHB die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr. Der Markt will wissen, wie schnell OHB den Rekord-Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro in Umsatz und Gewinn verwandelt.
Analysten prüfen vor allem Marge und Cashflow. Nach der jüngsten Kapitalerhöhung steht zudem im Raum, wie schnell die frischen Mittel in die Fertigung von Satelliten fließen. OHB begleitet die Zahlen mit einer Investorenpräsentation zur Wachstumsstrategie.
Kapitalerhöhung drückt den Kurs
Im Juli belastete eine milliardenschwere Kapitalmaßnahme das Sentiment. OHB gab neue Aktien aus und erzielte Bruttoerlöse von rund 484 Millionen Euro.
Die Struktur der Platzierung war ungewöhnlich. Die Hauptaktionäre Familie Fuchs und der Investor KKR verzichteten auf ihre Bezugsrechte. Den Großteil der neuen Papiere platzierte OHB direkt bei internationalen institutionellen Investoren.
Das weitete den Streubesitz spürbar aus und erhöhte die Handelsliquidität. Kurzfristig setzte das aber den Kurs unter Druck. Vom Rekordhoch aus dem Mai ist die Aktie noch weit entfernt.
Auftragsrekord trifft auf Startverzögerung
Das operative Umfeld bleibt trotz der Kursschwäche robust. Der hohe Auftragsbestand und politische Signale stützen OHBs Rolle als industrielles Rückgrat der europäischen Raumfahrt.
Allerdings gibt es auch Rückschläge im Umfeld. Die Rocket Factory Augsburg, an der OHB beteiligt ist, musste den geplanten Erstflug verschieben. Der für den 10. August vorgesehene Start vom Weltraumbahnhof SaxaVord in Schottland fällt aus, weil Techniker die Raketenstufen für weitere Analysen demontieren mussten.
Charttechnik zeigt überverkaufte Aktie
Der RSI der OHB-Aktie liegt bei 35,3 Punkten. Das deutet auf eine überverkaufte Situation hin und stützt den heutigen Erholungsversuch fundamental.
Die Aktie notiert derzeit 3,74 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 244,64 Euro. Ein nachhaltiger Sprung über diese Marke könnte im Zuge positiver Quartalszahlen den Boden für eine Trendwende bereiten.
Der nächste Termin nach dem Quartalsbericht folgt am 21. September. Dann präsentiert sich das Management auf der Berenberg & Goldman Sachs German Corporate Conference dem breiten Kapitalmarkt.
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