OHB liefert operativ starke Argumente, der Aktienkurs sendet ein anderes Signal: Der Raumfahrtkonzern wächst, aber die Aktie schwankt heftig. Spekulationen über eine mögliche Kapitalmaßnahme treffen auf einen extrem engen Handel.

Am Donnerstag steht OHB bei 411,50 Euro, ein Plus von 10,32 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht liegt die Aktie trotzdem 14,27 Prozent im Minus.

Starker Auftragsbestand gibt Rückenwind

Operativ hat OHB klare Pluspunkte. Ende März 2026 lag der Auftragsbestand bei 3,35 Milliarden Euro, das waren 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allein das Segment Space Systems kommt auf 2,68 Milliarden Euro.

OHB Sweden gewann einen Auftrag über 248 Millionen Euro für 20 Kleinsatelliten der EPS-Sterna-Mission. Sie sollen Wetterdaten aus der Arktis verbessern. In Bremen arbeitet OHB an RAMSES, einer Sonde für den Asteroiden Apophis vor dessen Erdvorbeiflug im April 2029. Mit Helsing entsteht außerdem das Joint Venture KIRK, das auf weltraumbasierte taktische Aufklärung mit KI zielt.

Was bestätigt ist – und was nicht

Seit Jahresanfang steht ein Plus von 238,68 Prozent, über zwölf Monate sogar 435,81 Prozent. Vom Hoch bei 688,00 Euro hat sich die Aktie dennoch um 40,19 Prozent entfernt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 138,64 Prozent zeigt Stress im Handel.

Am Markt wird über eine Kapitalmaßnahme spekuliert, die den Streubesitz von derzeit 5,68 Prozent anheben würde. Bestätigt ist davon nichts: OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Konkrete Angaben zu Preis, Umfang oder Zeitpunkt sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben.

Wachstum trifft auf Marktrisiko

Eine breitere Aktionärsbasis könnte OHB für institutionelle Investoren interessanter machen und eine spätere Indexaufnahme realistischer werden lassen. Ein enger Streubesitz verstärkt jedoch Bewegungen in beide Richtungen. Bis 2028 peilt das Management einen Jahresumsatz von über 2,0 Milliarden Euro an.