Der Raumfahrtkonzern OHB treibt seine operativen Programme im Satellitenbau und Trägerraketenbereich mit mehreren Meilensteinen voran. Während die Aktie des Bremer Raumfahrtunternehmens im heutigen Handel um 0,9 Prozent auf 159,60 Euro nachgab, meldeten die Konzerntöchter in den vergangenen Tagen wichtige Projektabschlüsse sowie personelle Weichenstellungen für anstehende Raketenstarts.

Satellitenstarts und Führungswechsel bei Konzerntöchtern

Im Zentrum der jüngsten Aktivitäten standen erfolgreiche Missionen im Orbit. Die Konzerntochter LuxSpace brachte gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München den Kleinsatelliten ATHENE-1 ins All. Der Flugkörper fungiert als Plattform für 22 wissenschaftliche Experimente in den Bereichen Kommunikation, Navigation, Aufklärung und orbitale Datenverarbeitung durch künstliche Intelligenz.

Wenige Tage zuvor schloss OHB Italia die Eaglet-II-Konstellation für das italienische Erdbeobachtungsprogramm IRIDE ab. Mit dem Start der letzten acht Einheiten umfasst diese Konstellation nun planmäßig 24 Satelliten, während das gesamte IRIDE-Programm auf 39 Satelliten anwuchs.

Auf Führungsebene stellte sich die Trägerraketen-Tochter Rocket Factory Augsburg neu auf. Der Aufsichtsrat berief am Montag Alexander Dahm zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er übernimmt die Nachfolge von Prof. Dr. Indulis Kalnins und soll die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie die Vorbereitung für den Erstflug der Trägerrakete RFA ONE steuern.

Im Verteidigungssektor hatte OHB Sweden zudem vor rund zwei Wochen eine Absichtserklärung mit Saab unterzeichnet, um weltraumgestützte Verteidigungskapazitäten auszubauen.

Analystenlob und Blick auf die Zwischenbilanz

Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 36 Prozent. Die operative Dynamik stieß zuletzt auch auf Seiten der Marktbeobachter auf Zuspruch.

Am 25. September stufte Deutsche Bank Research den Titel nach einer Roadshow mit „Buy“ ein und hob das Kursziel von 275 auf 300 Euro an. Die Experten begründeten diesen Schritt mit einer unterschätzten Wachstumsdynamik sowie erheblichem mittelfristigen Auftragspotenzial.

Auf der Eigentümerseite bleibt die Familie Fuchs der kontrollierende Mehrheitsaktionär der OHB SE. Der Finanzinvestor KKR, der über die Orchid Lux HoldCo S.à r.l. seit 2023 beteiligt ist, agiert als Minderheitsaktionär und hatte seinen Anteil im Rahmen der Kapitalerhöhung im Juni 2026 laut dem Halbjahresbericht vom 6. August auf rund 20 Prozent reduziert.

Konkrete Zahlen zur finanziellen Verfassung des Gesamtkonzerns folgen in wenigen Wochen: Laut Finanzkalender wird das Raumfahrtunternehmen am 12. November seine Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 vorstellen.