Der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB SE blickt auf eine sich verdichtende Projektlandschaft in der europäischen Raumfahrt. Neben großvolumigen Satellitenprogrammen erweitern neue Forschungs- und Technologieinitiativen das operative Spektrum des Unternehmens. Am Freitag legte die Aktie im Handel um 11 Prozent auf 192,00 Euro zu.

Großaufträge und neue Initiativen in der Erdbeobachtung

Zentraler Pfeiler der mittelfristigen Auslastung bleibt der im dritten Quartal gesicherte Großauftrag für das europäische Satellitennetzwerk IRIS². Dieser Auftrag umfasst ein Volumen von knapp 1 Milliarde Euro und beinhaltet die Fertigung von 18 Satellitenplattformen. Zudem zeichnen sich mit dem näher rückenden Sentinel-Vertrag sowie dem Vorhaben SATCOMBw 4 weitere geschäftliche Potenziale im institutionellen und sicherheitsrelevanten Bereich ab.

Diese Programme unterstreichen die feste Verankerung des Raumfahrtkonzerns bei strategischen Vorhaben in Europa. Sowohl im zivilen Telekommunikationsbereich als auch bei hoheitlichen Aufgaben wächst der Bedarf an eigenständigen europäischen Kapazitäten. Das stärkt die Ausgangslage der Bremer bei anstehenden Vergabeverfahren nachhaltig.

Parallel zu den Großprogrammen treibt OHB auch wissenschaftliche Vorhaben voran. Am Donnerstag startete das Unternehmen gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut und der University of Exeter das Projekt EO4TIPP.

Die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA beauftragte Studie läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren. Ziel der Partner, zu denen auch die Tochtergesellschaft OHB Sweden gehört, ist die Konzeption von Erdbeobachtungssystemen zur frühzeitigen Erkennung von Klima-Kipppunkten.

Technologiedemonstration und Marktbewertung

Wissenschaftliche Vorhaben verbinden sich bei OHB mit konkreten Technologieerprobungen im All. Vor rund zwei Wochen erreichte der Demonstrator ATHENE-1 im Rahmen der Mission Transporter-18 an Bord einer Falcon-9-Rakete planmäßig eine niedrige Erdumlaufbahn. Entwickelt wurde das System von der Tochtergesellschaft OHB LuxSpace zusammen mit der Universität der Bundeswehr München.

Vor rund zwei Wochen gab es zudem einen Wechsel an der Führungsspitze der Tochtergesellschaft Rocket Factory Augsburg, wo Alexander Dahm die Rolle des CEO von Indulis Kalnins übernahm. Begleitet wird die operative Entwicklung des Konzerns von Analystenseite: Das Analysehaus NuWays bekräftigte am Freitag seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 340 Euro und verwies dabei auf die verbesserten Auftragsperspektiven.

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Zuversicht wider: Seit Jahresanfang verzeichnet der Anteilsschein einen Wertzuwachs von 64 Prozent. Die Verbindung aus industriellen Großprojekten und spezialisierten Entwicklungsaufträgen verschafft OHB eine breite Basis für die künftige Geschäftsentwicklung.