OHB SE hat mit den Halbjahreszahlen zugleich die entscheidenden Weichen für das laufende Geschäftsjahr gestellt. Am 6. August meldete das Bremer Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen eine Gesamtleistung von 627,9 Millionen Euro für die ersten sechs Monate 2026, nach 564,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA kletterte im gleichen Zeitraum von 46,1 Millionen auf 60,4 Millionen Euro.
Kapitalerhöhung finanziert Expansion
Parallel zu den Zahlen bestätigte OHB eine Kapitalerhöhung über 484 Millionen Euro. Medienberichten zufolge soll das frische Kapital die weitere Expansion des Unternehmens absichern. Damit unterlegt OHB seine Wachstumsambitionen mit einer soliden Finanzierungsbasis – ein Schritt, der angesichts der parallel gemeldeten neuen Partnerschaften in wesentlichen deutschen Verteidigungsinitiativen Gewicht bekommt.
Das Unternehmen selbst verwies auf ein starkes erstes Halbjahr und stellte für die zweite Jahreshälfte weitere Dynamik in Aussicht, insbesondere beim Auftragseingang, der laut Unternehmensangaben in diesem Zeitraum seinen Höhepunkt erreichen soll.
Prognose für 2026 bleibt bestehen
Mit den Halbjahreszahlen bekräftigte OHB seine Jahresprognose: rund 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 10,5 und 11,0 Prozent. Diese Guidance bildet den Maßstab, an dem sich Investoren in den kommenden Monaten orientieren dürften.
Bereits das Halbjahresergebnis liefert dafür einen ersten Beleg: Umsatz und Profitabilität legten gegenüber dem Vorjahr deutlich zu, während das Management gleichzeitig auf strukturelle Rückenwind-Faktoren aus der deutschen Verteidigungspolitik verweist.
Analysten sehen Potenzial, Kurs bleibt volatil
Jefferies bestätigte am 11. August die Einstufung „Buy“ für OHB und beließ das Kursziel bei 280 Euro. Am Freitag schloss die Aktie bei 257,00 Euro, ein Minus von 1,0 Prozent auf Tagesbasis – damit liegt der Kurs noch unter dem von Jefferies genannten Zielwert.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 10 Prozent zu Buche, ein Zeichen dafür, dass der jüngste SDAX-Aufstieg und die Halbjahreszahlen insgesamt positiv aufgenommen wurden, auch wenn der Handel zuletzt etwas Dampf herausnahm.
Für Anleger verdichten sich damit mehrere Fäden zu einem Bild: Die Kapitalerhöhung schafft finanziellen Spielraum, die bestätigte Guidance liefert einen klaren Erwartungsrahmen, und die Partnerschaften in der Verteidigungssparte deuten auf eine breitere Auftragsbasis hin. Ob sich diese Kombination in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich im erwarteten Auftragseingang niederschlägt, dürfte über die weitere Kursentwicklung entscheiden.
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