Verlust trotz Auftragsflut
Die operative Kennziffer verdeutlicht, warum der Markt zunächst zögerte: Ondas wies einen operativen Verlust von 162,9 Millionen Dollar und einen bereinigten EBITDA-Verlust von 50,6 Millionen Dollar aus, bei einem Bruttogewinn von 36,1 Millionen Dollar und einem bereinigten Bruttogewinn von 42,3 Millionen Dollar.
Diese Diskrepanz zwischen Umsatzwachstum und Ergebnisdruck dürfte Anleger auch künftig beschäftigen, zumal das Unternehmen die Profitabilität erst noch erreichen muss.
Auf der Auftragsseite meldete Ondas deutlich mehr Rückenwind. Im zweiten Quartal 2026 kamen neue Bestellungen im Volumen von 175 Millionen Dollar hinzu, Anfang des dritten Quartals folgten weitere 105 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2026 damit 613 Millionen Dollar, pro forma inklusive der Übernahmen von DZYNE Technologies und Cyberhawk sogar 757 Millionen Dollar.
Übernahmen als Wachstumstreiber
Anfang des Monats schloss Ondas die Übernahme von Cyberhawk Holdings Limited ab. Das Unternehmen erwarb 100 Prozent der Anteile für 118,2 Millionen Dollar in bar plus 581.732 eigene Aktien.
Mit Cyberhawk erweitert Ondas sein Angebot um eine drohnengestützte Inspektions- und KI-Plattform für Betreiber kritischer Infrastruktur. Im Zuge der Transaktion wurden zudem 1.601.593 RSUs sowie Aktienoptionen für 1.290.000 Aktien zum Preis von 9,11 Dollar für 47 neue Mitarbeiter ausgegeben.
Anfang August hatte das Unternehmen bereits einen sogenannten Inducement Plan verabschiedet, der 20 Millionen Aktien für Eigenkapital- und Bar-Vergütungen reserviert, ohne dass eine Zustimmung der Aktionäre nach der Nasdaq-Regel 5635(c)(4) erforderlich war. Solche Pläne dienen typischerweise der Mitarbeitergewinnung im Zuge von Übernahmen und Wachstumsphasen.
Institutionelles Interesse und Kursbild
Medienberichten zufolge stockte The Manufacturers Life Insurance Company ihre Beteiligung an Ondas auf, was auf wachsendes institutionelles Interesse hindeutet. Roth Capital nahm die Coverage Mitte August auf.
Mit Blick auf die Kursentwicklung notiert die Aktie derzeit rund 39 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro, das im Januar erreicht wurde, liegt aber 188 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 2,77 Euro vom August vergangenen Jahres.
Über zwölf Monate summiert sich der Kursgewinn auf 137 Prozent. Der Titel bewegt sich damit weiterhin in einem von hoher Schwankungsbreite geprägten Umfeld, das die massiven operativen Verluste neben dem Umsatzwachstum widerspiegelt.
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