Der Kurs fällt, die Analysten bleiben bullish. Bei Ondas Holdings klafft derzeit eine ungewöhnliche Lücke zwischen Chartbild und Markterwartung. Während die Aktie des Verteidigungstechnologie- und Funknetz-Spezialisten seit Januar fast die Hälfte ihres Wertes verloren hat, kaufen Optionshändler weiter Calls.

Am Freitag schloss die Aktie bei 6,65 Euro, ein Plus von 2,62 Prozent auf Tagessicht. Über die Woche steht dennoch ein Minus von 3,48 Prozent zu Buche. Der Wochengewinn ändert wenig am Gesamtbild: Ondas hat binnen 30 Tagen 33,63 Prozent verloren und liegt seit Jahresbeginn 29,18 Prozent im Minus.

Ein Jahr voller Extreme

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, wie wild die Achterbahnfahrt bei Ondas wirklich war. Gegenüber dem Kurs vor zwölf Monaten steht die Aktie noch immer 315,63 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,02 Euro, erreicht Mitte Januar, trennen die Aktie inzwischen 48,92 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro aus dem Juli 2025 liegt dagegen noch immer ein Abstand von rund 344 Prozent.

Die technischen Signale passen zum unruhigen Bild. Der Kurs notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,34 Euro und dem 100-Tage-Durchschnitt von 8,63 Euro. Über dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,81 Euro hält sich die Aktie gerade noch. Der 14-Tage-RSI von 36,7 zeigt einen Wert, der auf anhaltenden Verkaufsdruck hindeutet, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 105 Prozent das Ausmaß der Schwankungen unterstreicht.

Optionsmarkt bleibt vorsichtig optimistisch

Trotz der Kursschwäche senden die Derivatemärkte ein anderes Signal. Ende Juni stieg die Aktie an einem Handelstag um 1,81 Prozent auf rund 8,16 US-Dollar. Rund 95.000 Kontrakte wechselten an diesem Tag den Besitzer, Call-Optionen dominierten dabei klar gegenüber Puts. Das daraus resultierende Put/Call-Verhältnis von nur 0,15 gilt als deutliches Zeichen für optimistische Positionierung.

Dieses Muster wiederholte sich kurz darauf. Der Analysedienst TipRanks registrierte „moderat bullishe“ Optionsaktivität – und das an einem Tag, an dem die Aktie intraday um etwa 6 Prozent einbrach. Bereits Ende Juni hatte TipRanks ein ähnliches Signal während eines Kursrückgangs von rund 5,5 Prozent gemeldet. Optionshändler kaufen offenbar wiederholt in die Schwäche hinein, statt auf fallende Kurse zu setzen.

Analysten halten an „Strong Buy“ fest

Die Stimmung unter den abdeckenden Analysten hat sich durch den Kursrutsch kaum verändert. Sieben Kaufempfehlungen stehen null Verkaufsempfehlungen gegenüber, macht in Summe ein „Strong Buy“-Konsens. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 20,14 US-Dollar, die Spanne reicht von 16 bis 25 Dollar.

Gemessen am aktuellen Kursniveau implizieren diese Ziele ein erhebliches theoretisches Aufwärtspotenzial. Solche Projektionen bleiben allerdings Erwartungswerte, keine Garantien. Auch in der breiteren Marktberichterstattung taucht Ondas weiter auf: TipRanks listete die Aktie kürzlich unter einer kleinen Gruppe von „Unter-10-Dollar“-Werten mit starkem analystengestütztem Aufwärtspotenzial für Juli.

Wachstumsstory gegen kurzfristige Nervosität

Die Diskrepanz zwischen schwachem Chart und stabiler Analysten- sowie Optionsstimmung bringt die aktuelle Lage bei Ondas auf den Punkt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Quartalen schnelles Umsatzwachstum und einen wachsenden Auftragsbestand im Verteidigungsbereich aufgebaut. Der Kursverfall seit dem Januar-Hoch, die Volatilität nahe 106 Prozent und der RSI im mittleren 30er-Bereich zeigen aber auch: Nach einem außergewöhnlichen Zwölf-Monats-Lauf sucht die Aktie noch nach einem stabilen Boden.

Optionshändler scheinen derzeit darauf zu wetten, dass die jüngste Schwäche eine Kaufgelegenheit darstellt und keine Vorstufe zu einem tieferen Absturz. Diese Einschätzung deckt sich mit dem weiterhin geltenden Strong-Buy-Konsens der Analysten – selbst während die Aktie deutlich unter ihren gleitenden 50- und 100-Tage-Durchschnitten notiert.