Ein Milliarden-Deal für mehr Wachstum, gleichzeitig ein Kurs im freien Fall. Bei Ondas Holdings klaffen positive Umsatzprognosen und Aktienperformance derzeit weit auseinander. Der Grund: Die Übernahme von DZYNE Technologies bringt zwar neue Umsatzfantasie, belastet aber die Kapitalstruktur.
Analysten senken Kursziele nach Übernahme
Die Investmentbank Needham bestätigt zwar ihr „Buy“-Rating, senkt aber das Kursziel von 23 auf 19 Dollar. Grund ist die für 875,8 Millionen Dollar abgeschlossene Übernahme von DZYNE Technologies. Ondas zahlte den Deal mit 200 Millionen Dollar in bar und rund 85 Millionen neuen Aktien.
Der Analystenkonsens bleibt trotz der Kürzung bei „Moderate Buy“ – neun Broker geben aktuell ihre Einschätzung ab. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 16,75 Dollar. Die neuen Aktien aus der Transaktion drücken dabei spürbar auf die Bewertungsmodelle der Analysten.
Umsatzprognose für 2026 steigt deutlich
Das Management hebt seine Umsatzprognose für 2026 um etwa 35 Prozent an. Ondas rechnet nun mit mindestens 525 Millionen Dollar Umsatz, zuvor waren es 390 Millionen Dollar. DZYNE soll dabei ein Auftragsvolumen von geschätzt 1,5 Milliarden Dollar erschließen, gestützt von einem bestehenden Auftragsbestand von rund 111 Millionen Dollar.
Um die neuen Technologien zu bündeln, gründet Ondas eine eigene Sparte namens „Ondas Sentinel“. Diese Division soll autonome Verteidigungsplattformen wie die Langstreckendrohne ULTRA und das Abwehrsystem IonStrike in die bestehende Technologiebasis integrieren. Dazu zählen auch Partnerschaften im Bereich KI-gestützter Einsatzsysteme.
Mehr Aktien, mehr Druck
Ondas plant zudem einen tieferen Eingriff in die Kapitalstruktur. Die Zahl der genehmigten Aktien soll von 800 Millionen auf 1,2 Milliarden steigen. Das Management begründet den Schritt mit mehr Flexibilität für künftiges Wachstum – aktuell verfolgt das Unternehmen eine Übernahme-Pipeline mit über 25 möglichen Zielen.
Hinzu kommt Verkaufsdruck aus anderer Richtung. Für die frühere Omnisys-Übernahme wurden 3,378 Millionen Aktien zum Wiederverkauf registriert. Belastend wirkt zudem, dass Insider in den vergangenen 90 Tagen etwa 2,4 Millionen Aktien verkauft haben.
Kurs unter Druck
Die Ondas-Aktie notiert aktuell bei 6,32 Euro, ein Minus von 2,02 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 6,45 Euro. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 9,20 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es sogar 29,23 Prozent. Der RSI von 34,9 signalisiert eine überverkaufte Aktie, ohne dass bislang eine Stabilisierung sichtbar wird.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,02 Euro aus dem Januar trennen die Aktie mittlerweile 51,46 Prozent. Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,23 Euro liegt der Kurs 23,23 Prozent im Minus. Auf Jahressicht bleibt trotz der jüngsten Schwäche ein Plus von 317,44 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 1,51 Euro aus dem Juli 2025.
Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursentwicklung dürfte Analysten in den kommenden Wochen weiter beschäftigen. Entscheidend wird sein, ob sich die zusätzlichen Aktien aus der DZYNE-Übernahme und die laufenden Insiderverkäufe im Handelsvolumen weiter bemerkbar machen.
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