Ondas Holdings baut sein Verteidigungsgeschäft massiv aus. Fast 876 Millionen Dollar investiert der Konzern in die Übernahme von DZYNE Technologies. Trotzdem verliert die Aktie an der Börse deutlich an Wert. Ein Widerspruch, der aufhorchen lässt.

Der aktuelle Kurs liegt bei 6,50 Euro, nach einem Tagesverlust von 4,55 Prozent. Allein in den vergangenen sieben Tagen büßte das Papier knapp zehn Prozent ein, auf Monatssicht sind es sogar 27,21 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 30,78 Prozent zu Buche.

Große Übernahme, neue Sparte

Die Akquisition von DZYNE Technologies ist der bislang größte Schritt in Ondas‘ Wachstumsstrategie. Das Geschäft läuft über eine Kombination aus Bargeld und Aktien. DZYNE bringt Technologie für langfristige Aufklärung, Präzisionsschläge und Drohnenabwehr mit — Fachbegriffe dafür sind ISR und C-UAS.

Nach dem Abschluss gründet Ondas eine neue Sparte: Ondas Sentinel. Sie soll das wachsende US-Portfolio an autonomen Verteidigungstechnologien bündeln. Parallel dazu meldet der Konzern eine weitere Übernahme: Cyberhawk, spezialisiert auf Drohneninspektionen für kritische Infrastruktur und KI-gestützte Datenanalyse.

Auch auf der Partnerseite tut sich etwas. Die Tochtergesellschaft Sentrycs kooperiert mit Lockheed Martin. Ziel ist die Integration von Sentrycs‘ Cyber-over-RF-Technologie in Lockheed Martins Drohnenabwehrsystem Sanctum.

Zahlen zeigen Wachstum

Die Geschäftszahlen untermauern die Ambitionen. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte Ondas einen Umsatz von 96,61 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2026 allein waren es 50,1 Millionen Dollar — ein deutlicher Sprung.

Der Auftragsbestand liegt bei 457 Millionen Dollar. Marktbeobachter sehen das Unternehmen auf einem beschleunigten Weg zu einer Milliarde Dollar Jahresumsatz bis 2027, verbunden mit dauerhafter Profitabilität.

Kurs unter Druck trotz Übernahmewelle

Die Aktie hat einen bemerkenswerten Zyklus hinter sich. Binnen zwölf Monaten legte sie um 333,91 Prozent zu — ausgehend vom 52-Wochen-Tief bei 1,50 Euro im Juli 2025. Das 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro erreichte das Papier erst im Januar 2026.

Vom aktuellen Niveau aus liegt der Kurs 50,08 Prozent unter diesem Hoch. Auch die technischen Indikatoren signalisieren Schwäche: Die Aktie notiert unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,29 Euro und unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,83 Euro. Der RSI von 36,3 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, während die annualisierte Volatilität von 101,44 Prozent die Nervosität im Handel widerspiegelt.

Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursentwicklung bleibt auffällig. Während das Unternehmen seine Position im Markt für autonome Verteidigungssysteme strategisch ausbaut, preist die Börse offenbar andere Risiken ein — etwa die Frage, wie sich die milliardenschwere DZYNE-Übernahme auf Bilanz und Verwässerung auswirkt. Die kommenden Quartalszahlen dürften zeigen, ob sich der operative Rückenwind auch im Aktienkurs niederschlägt.