Ondas Holdings legte am Freitag um 20% zu. Medienberichten zufolge profitierte die Aktie von der Erholung der Drohnen- und Verteidigungstechnologiewerte nach dem Ausverkauf im Anschluss an die Wahlen. Für mich rückt damit eine andere Frage nach vorn: Wie belastbar ist die operative Grundlage dieser Zuversicht? Der angekündigte Zahlenbericht wird zum nächsten Prüfstein.

Der Zahlenbericht muss die Zuversicht tragen

Ondas will am 12. November 2026 um 8:30 Uhr US-Ostküstenzeit seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorlegen. Aus Anlegersicht verdient dieser Termin mehr Aufmerksamkeit als die Stärke eines einzelnen Handelstages. Meine These: Die Chancen werden überzeugender, sofern die Geschäftsentwicklung mit den angekündigten Aufträgen und Ausbauplänen Schritt hält.

Die jüngsten Unternehmensmeldungen sprechen für geschäftliche Fortschritte. Bei ihrer Bewertung kommt es für mich aber auf die Umsetzung an: Aufträge müssen abgearbeitet werden, und zusätzliche Fertigungskapazitäten sollten sich wirtschaftlich rechtfertigen. Deshalb würde ich den Zahlenbericht vor allem danach beurteilen, wie gut er die operative Entwicklung hinter den Ankündigungen erkennen lässt.

Am Mittwoch meldete Ondas Drohnenabwehr-Verträge mit staatlichen Kunden in Europa und Asien im Wert mehrerer Millionen Dollar. Dazu gehören tragbare Ranger-Systeme für eine europäische Polizeiorganisation sowie autonome Iron-Drone-Abfangsysteme für einen asiatischen Regierungskunden.

Für Ondas spricht dabei die Nachfrage aus unterschiedlichen Regionen und für verschiedene Systeme. Das macht die Auftragslage aus meiner Sicht interessanter, sofern das Unternehmen daraus verlässlich Geschäft entwickeln kann. Für eine dauerhaft positive Einschätzung zählt deshalb vor allem, wie erfolgreich Ondas diese Nachfrage bedient.

Expansion verlangt wirtschaftliche Disziplin

Am Donnerstag kündigte Ondas eine verbindliche Vereinbarung zum vollständigen Erwerb des deutschen Flugzeugzellenherstellers Stemme GmbH an. Die Transaktion soll ausschließlich in bar bezahlt werden. Den Abschluss erwartet Ondas im ersten Quartal 2027, vorbehaltlich üblicher Bedingungen und regulatorischer Genehmigungen.

Ich bewerte diese Vereinbarung als ambitionierten Expansionsschritt, dessen Nutzen sich an der späteren Umsetzung messen lassen muss. Gerade bei einem Barkauf gehört für mich zur Beurteilung, ob der erwartete operative Beitrag den finanziellen Einsatz rechtfertigt.

Mit dem am Donnerstag angekündigten Ausbau der ULTRA-Produktion strebt Ondas bis 2028 eine Fertigung von zehn Flugzeugen pro Monat an. Diese Zielmarke gibt dem Vorhaben eine konkrete Richtung.

Für Anleger liegt der Reiz damit in der Verbindung aus vorhandenen Aufträgen und geplanter industrieller Erweiterung. Meine Haltung bleibt verhalten zuversichtlich, sofern Ondas beide Seiten wirtschaftlich zusammenführt.

Die internationale Nachfrage spricht für das Unternehmen; die Tragfähigkeit der Expansion entscheidet sich an ihrer Ausführung. Der kommende Zahlenbericht ist deshalb für mich der wichtigere Maßstab für die weitere Einschätzung der Aktie.