Schlechte Nachrichten aus zwei Richtungen gleichzeitig — das ist Oracles Lage gerade. Berichte über verfehlte Umsatzziele bei OpenAI haben die Aktie innerhalb weniger Tage um rund 7,5 Prozent gedrückt. Und ein bekannter Hedgefondsmanager nutzt den Moment, um eine grundsätzlichere Kritik zu schärfen: Oracles Bilanz sei weit gefährlicher als sie aussieht.
Versteckter Schuldenberg?
George Noble, ehemaliger Fidelity-Fondsmanager, hat auf X eine detaillierte Kritik veröffentlicht. Sein Kernvorwurf: Oracle nutzt Projektfinanzierungsstrukturen, um Schulden außerhalb der Bilanz zu halten. Analysten unterschätzten die tatsächliche Verschuldung damit erheblich.
Die offiziell ausgewiesenen Zahlen sind bereits bemerkenswert. Die Gesamtverbindlichkeiten stiegen zuletzt um 60 Prozent auf einen Rekordwert von 153,1 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow ist tief negativ — getrieben von Investitionen in Rechenzentren von über 48 Milliarden Dollar in den vergangenen vier Quartalen. Obendrein plant Oracle, weitere 50 Milliarden Dollar über Schulden und Eigenkapital aufzunehmen.
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Hinzu kommt ein konkretes Risiko beim wichtigsten Kunden. Laut dem Wall Street Journal hat OpenAIs Finanzchef intern Bedenken geäußert, ob das Unternehmen künftige Rechenkapazitätsverträge erfüllen kann — falls das Umsatzwachstum nicht anzieht. Elon Musks laufender Rechtsstreit gegen OpenAI-Chef Sam Altman verschärft die Unsicherheit über die strategische Ausrichtung des KI-Unternehmens.
Wedbush hält dagegen
Die Investmentbank Wedbush sieht das anders. Sie bekräftigte ihre Outperform-Einstufung mit einem Kursziel von 225 Dollar und bezeichnete die Marktreaktion als klare Überreaktion. Die Nachfrage bei OpenAI sei sowohl im Konsumenten- als auch im Unternehmensbereich stark. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde von 122 Milliarden Dollar habe OpenAI genug Kapital, um seine Rechenkapazitätsbedarf für mindestens drei Jahre zu decken.
Wedbush argumentiert außerdem, dass der Markt Oracles hohe Investitionsausgaben falsch bewertet. Das Unternehmen baue sich zur zentralen Infrastrukturplattform für die KI-Wirtschaft um — und stehe dabei noch am Anfang.
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Starke Zahlen, schwacher Kurs
Operativ läuft Oracle gut. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Umsatz auf 17,2 Milliarden Dollar. Der Cloud-Umsatz stieg um 44 Prozent, das Infrastrukturgeschäft sogar um 84 Prozent. Es war das erste Quartal seit über 15 Jahren, in dem sowohl Umsatz als auch bereinigter Gewinn je Aktie jeweils mehr als 20 Prozent zulegten.
Der Kurs spiegelt das nicht wider. In Euro gerechnet notiert die Aktie bei rund 140 Euro — rund 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Der RSI liegt bei 27,5 und signalisiert damit eine deutlich überverkaufte Situation.
80 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Die Mehrheit bleibt trotz der jüngsten Turbulenzen bei ihrer Einschätzung. Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die Q4-Zahlen: Oracle hat Umsatzwachstum von 19 bis 21 Prozent und Cloud-Wachstum von 46 bis 50 Prozent in Aussicht gestellt.
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