Oracle: $30 Milliarden Kapitalerhöhung abgeschlossen

Trotz massiver Kursverluste sammelt Oracle Milliarden für Cloud-Ausbau ein. Der gigantische Auftragsbestand von 553 Mrd. Dollar stützt die optimistische Analystensicht.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie notiert 48% unter Jahreshoch
  • 30 Mrd. Dollar in wenigen Tagen eingesammelt
  • Auftragsbestand wächst auf 553 Mrd. Dollar
  • Quartalszahlen am 10. Juni erwartet

553 Milliarden Dollar kontrahierter Umsatz im Rücken, aber die Aktie notiert rund 48 Prozent unter ihrem Jahreshoch — bei Oracle klaffen Fundamentaldaten und Kursentwicklung derzeit weit auseinander. Was steckt dahinter?

Der Kurs schloss zuletzt bei 145,62 Euro, ein Minus von fast 13 Prozent seit Jahresbeginn. Auf Zwölfmonatssicht steht noch ein Plus von rund 20 Prozent — doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro macht deutlich, wie stark die Bewertung korrigiert hat. Branchenweite Sorgen über die Kapitalausgaben von KI-Unternehmen belasten.

Kapitalerhöhung in Rekordtempo

Mitten in dieser Schwächephase zieht Oracle ein außergewöhnliches Finanzierungsmanöver durch. Das Unternehmen hatte einen Finanzierungsplan von 45 bis 50 Milliarden Dollar angekündigt, um die Kapazitäten seiner Cloud-Infrastruktur auszubauen — finanziert über eine Mischung aus Anleihen, Pflichtwandelanleihen und einem At-the-Market-Programm von bis zu 20 Milliarden Dollar.

Innerhalb weniger Tage nach der Ankündigung hatte Oracle bereits 30 Milliarden Dollar eingesammelt. Das Orderbuch war nach Unternehmensangaben deutlich überzeichnet. Wedbush-Analyst Dan Ives wertet das als strategischen Schritt, um die Bilanz zu stärken und die Ressourcen für bereits eingegangene vertragliche Verpflichtungen zu sichern.

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Backlog und OCI als Fundament

Das Fundament der Bullen-These ist der Auftragsbestand. Der sogenannte Remaining Performance Obligation (RPO) — also noch nicht realisierte, aber bereits vertraglich gesicherte Umsätze — wuchs im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Oracle Cloud Infrastructure (OCI) legte im gleichen Zeitraum um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu.

Zu den Großkunden zählen OpenAI mit einem Jahresvolumen von 30 Milliarden Dollar sowie Meta und xAI. Oracle betont, dass ein Großteil der Infrastruktur entweder über Kundenzahlungen vorfinanziert wird oder Kunden direkt GPUs beisteuern — was das eigene Kapitalrisiko begrenzt.

Parallel baut Oracle seine Multicloud-Präsenz aus: 33 Microsoft-Regionen, 14 Google-Regionen und bis zu 22 geplante AWS-Regionen bis Ende des vierten Quartals.

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Schulden als Gegenargument

Die Bären verweisen auf die Schuldenlast. Die langfristigen Verbindlichkeiten liegen bei 124,7 Milliarden Dollar, der freie Cashflow ist mit knapp 25 Milliarden Dollar im Minus — getrieben von Investitionsausgaben von rund 48 Milliarden Dollar. Bulls halten dagegen: Der negative Cashflow sei der Preis für Infrastruktur, die bereits kontrahierte KI-Workloads bedienen soll.

Von 46 Analysten, die Oracle abdecken, empfehlen 35 die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 260 Dollar — gemessen am aktuellen Niveau ein erhebliches Aufwärtspotenzial, das aber an eine Bedingung geknüpft ist.

Am 10. Juni legt Oracle die Zahlen für das vierte Quartal vor. Das Management erwartet ein Umsatzwachstum von 19 bis 21 Prozent und ein Non-GAAP-EPS zwischen 1,96 und 2,00 Dollar. Dann zeigt sich, ob der gigantische Auftragsbestand tatsächlich in erkennbaren Umsätzen ankommt — und ob die aggressive Kapitalstrategie die Erwartungen rechtfertigt.

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