Oracle Aktie: 20.000 bis 30.000 Stellen abgebaut

Oracle Aktie

Ein Unternehmen, das gerade einen Quartalsgewinn von 3,7 Milliarden Dollar gemeldet hat, streitet mit seinen entlassenen Mitarbeitern um unversteuerte Aktien. Das ist der Widerspruch, der Oracle in dieser Woche begleitet.

Mehr als 600 Mitarbeiter forderten in einem Brief an das Management bessere Abfindungskonditionen: höhere Abfindungszahlungen, längere Krankenversicherung, beschleunigte Aktienzuteilung. Oracle antwortete, individuelle Anliegen wolle man einzeln besprechen. Kollektive Verhandlungen lehnte das Unternehmen ab.

Was auf dem Spiel stand

Das Standardangebot sah vier Wochen Gehalt für das erste Dienstjahr vor, plus eine weitere Woche je Beschäftigungsjahr, gedeckelt bei 26 Wochen. Dazu einen Monat Krankenversicherung. Was fehlte: die Beschleunigung noch nicht ausgezahlter Aktienanteile.

Bei Oracle machen Aktienkomponenten oft den Großteil der Vergütung aus. Wer zum Kündigungsdatum noch unverstete RSUs hatte, verlor sie ersatzlos. Ein langjähriger Mitarbeiter, bei dem Aktien rund 70 Prozent seines Gehalts ausmachten, büßte fast eine Million Dollar an Anteilen ein — vier Monate vor dem geplanten Vesting-Termin.

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Zum Vergleich: Meta zahlte mindestens 16 Wochen Grundgehalt plus zwei Wochen je Beschäftigungsjahr und übernahm die Krankenversicherung für 18 Monate. Microsoft beschleunigte die Aktienzuteilung und garantierte mindestens acht Wochen Abfindung.

Stellenabbau im großen Stil

Die Gesamtzahl der Betroffenen hat Oracle nicht bestätigt. Die Investmentbank TD Cowen schätzt, dass zwischen 20.000 und 30.000 Stellen wegfallen — rund 18 Prozent der weltweiten Belegschaft. In seinem SEC-Quartalsbericht für das Geschäftsjahr 2026 wies Oracle einen Restrukturierungsplan über 2,1 Milliarden Dollar aus. Davon hatte das Unternehmen in den ersten neun Monaten bereits knapp eine Milliarde Dollar verbucht.

Ganze Teams in den Bereichen Revenue and Health Sciences sowie SaaS and Virtual Operations Services verloren laut Berichten mindestens 30 Prozent ihrer Stellen. Einige Mitarbeiter erfuhren zudem, dass sie keinen Anspruch auf die gesetzliche zweimonatige Kündigungsfrist nach dem WARN Act hatten — weil das Unternehmen sie als Remote-Beschäftigte eingestuft hatte.

Die Logik dahinter

Oracle ist kein Unternehmen in der Krise. Der Quartalsumsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Die noch nicht abgearbeiteten Auftragsbestände kletterten auf 553 Milliarden Dollar — ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Der Stellenabbau folgt einer anderen Logik: Oracle investiert massiv in KI-Infrastruktur. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Unternehmen Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar bei einem angestrebten Umsatz von 67 Milliarden Dollar. TD Cowen schätzt, dass die Entlassungen acht bis zehn Milliarden Dollar zusätzlichen freien Cashflow freisetzen könnten.

Die Oracle-Aktie schloss zuletzt bei 166,22 Euro. In den vergangenen 30 Tagen legte sie mehr als 35 Prozent zu — liegt damit aber noch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von rund 181 Euro.

Ausblick: Quartalszahlen im Juni

Der nächste harte Datenpunkt ist der Quartalsbericht für das vierte Geschäftsquartal 2026, erwartet im Juni. Das Management prognostiziert ein Umsatzwachstum von 18 bis 20 Prozent und ein Cloud-Umsatzwachstum von 44 bis 48 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2027 hat Oracle die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar angehoben.

Der Streit um die Abfindungskonditionen dürfte jedoch nachwirken. Wenn Mitarbeiter erleben, dass Aktienanteile kurz vor dem Vesting-Termin verfallen, werden sie künftige RSU-Zusagen anders bewerten. Oracle muss dann entweder mit höheren Bargehältern gegensteuern oder akzeptieren, dass sich die Zusammensetzung des Bewerberpools verändert.

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