Rekordeinnahmen, ein milliardenschwerer Staatsauftrag — und trotzdem bricht die Aktie ein. Bei Oracle klaffen Fundamentaldaten und Kursentwicklung dieser Tage weit auseinander.
Erstes bundesweites HR-System der USA
Das U.S. Office of Personnel Management vergab am 11. Juni einen Auftrag über knapp 396 Millionen Dollar an Oracle. Ziel ist die erste einheitliche HR-Plattform der US-Bundesregierung. Oracles Cloud-HCM-Lösung soll dabei über 100 separate Systeme ersetzen und rund zwei Millionen Bundesangestellte verwalten.
Die Kosteneinsparungen für Steuerzahler sollen dabei über 90 Prozent betragen. Das System deckt Personalverwaltung, Gehaltsabrechnung, Rentenplanung und Mitarbeiter-Self-Service ab — alles auf einer einzigen Cloud-Plattform.
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Einen Tag vor dem Vertragsabschluss meldete Oracle Rekordergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Gesamtumsatz stieg um 21 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar. Besonders stark wuchs die Cloud-Infrastruktur: Der IaaS-Umsatz legte um 93 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar zu.
Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,11 Dollar — deutlich über dem Analystenkonsens von 1,96 Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 verbuchte Oracle einen Rekordumsatz von 67,4 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Kurs ignoriert die guten Nachrichten
Starke Zahlen, großer Auftrag — der Markt reagierte dennoch mit Verkäufen. Oracle-Aktien verloren in der vergangenen Woche rund 14 Prozent und schlossen am Freitag bei 159,18 Euro. Der Kurs liegt damit knapp zehn Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 176,66 Euro — ein technisches Warnsignal.
Zum Allzeithoch von 280,70 Euro aus dem September 2025 fehlen noch 43 Prozent. Immerhin: Gegenüber dem Februartief bei 113,86 Euro hat sich die Aktie deutlich erholt und notiert knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt.
Der Wocheneinbruch deutet darauf hin, dass Anleger trotz der operativen Stärke Gewinne mitgenommen haben — oder schlicht höhere Erwartungen hatten. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Quartalszahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres, voraussichtlich im September 2026.
Stand heute, 13. Oktober: Oracle – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Oracle investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 13. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

