Oracle erlebt die dunkelsten Tage seit dem Platzen der Dotcom-Blase. Der Softwaregigant baut seine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz radikal um. Das kostet unfassbare Summen. Anleger reagieren panisch auf die explodierenden Schulden.
Allein in der vergangenen Woche brach der Kurs um fast 19 Prozent ein. Am Freitag schloss das Papier bei 130,50 Euro. Damit notiert der Wert mittlerweile mehr als 53 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Milliardenloch für KI-Ausbau
Der Hauptgrund für den Absturz ist der massive Kapitalbedarf. Oracle meldet für das laufende Geschäftsjahr Investitionsausgaben von 55,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Sprung von 162 Prozent. Der freie Cashflow stürzt tief in den roten Bereich. Er liegt nun bei minus 23,7 Milliarden US-Dollar.
Das Management plant bereits den nächsten Schritt. Oracle will weitere 40 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. Der Schuldenberg wächst rasant. Aktuell stehen Verbindlichkeiten von rund 156 Milliarden US-Dollar einer Barreserve von gut 31 Milliarden US-Dollar gegenüber.
Rekordaufträge und harter Jobabbau
Parallel dazu verzeichnet die Cloud-Sparte eine beispiellose Nachfrage. Der Auftragsbestand explodierte auf 638 Milliarden US-Dollar. Die Hälfte davon stammt von einem einzigen Kunden: OpenAI. Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur kletterte um 77 Prozent.
Allerdings drücken die teuren KI-Verträge auf die Profitabilität. Die Marge im Cloud- und Softwaregeschäft fiel von 63 auf 59 Prozent.
Der Konzern steuert mit einem harten Sparkurs gegen. Oracle streicht 21.000 Stellen. Das Unternehmen nennt die KI-Einführung ausdrücklich als Grund für den Abbau. Die Folge: Arbeitskosten weichen teurer Rechenleistung. Die Umstrukturierung kostet den Konzern fast zwei Milliarden US-Dollar.
Überverkauft, aber riskant
Charttechnisch ist die Aktie stark angeschlagen. Der Kurs rutschte deutlich unter die 200-Tage-Linie. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von knapp 30 einen überverkauften Zustand. Das lockt oft Schnäppchenjäger an.
Einkommensorientierte Anleger erhalten im Juli 2026 eine Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar je Aktie. Der weitere Kursverlauf hängt nun an einer konkreten Bedingung. Oracle muss beweisen, dass der gigantische OpenAI-Deal schnell positiven Cashflow generiert. Gelingt das nicht vor der nächsten Kapitalrunde, droht weiterer Verkaufsdruck.
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