Eine stornierte Milliardenbestellung, ein Kursrutsch und frische Analystenunterstützung — Oracles Handelswoche hatte alles. Was bleibt, ist die Frage, ob der Konzern seinen KI-Wachstumskurs trotz wachsender Bilanzrisiken halten kann.
Stornierung löst Kursrutsch aus
Am Donnerstag, 23. April, geriet die Oracle-Aktie unter Druck. Der Auslöser: Oracle soll eine Bestellung von 300 bis 400 Nvidia-GB300-NVL72-Racks beim Server-Hersteller Super Micro Computer storniert haben. Das Analysehaus Bluefin Research schätzte den Auftragswert auf rund 1,1 bis 1,4 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor daraufhin rund 6 Prozent.
Hinter der Stornierung steckt offenbar ein Compliance-Problem. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Oracle den Vertrag löste, um Abstand zu Vorwürfen gegen Super-Micro-Mitgründer Wally Liaw zu gewinnen. Ihm werden illegale Chip-Verkäufe nach China angelastet. Den Rack-Auftrag übernahm laut Berichten der taiwanische Hersteller Wiwynn.
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Nachfrage bleibt stark — Erholung am Freitag
Das Markt-Umfeld deutet nicht darauf hin, dass Oracles KI-Ausbau ins Stocken geraten ist. Im Gegenteil: Im dritten Fiskalquartal meldete Oracle, dass die Nachfrage das Angebot in Teilen der Cloud-Infrastruktur übersteigt. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen bei 553 Milliarden Dollar — ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Cloud-Infrastruktur-Umsatz stieg um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar.
Für 2026 plant Oracle, 45 bis 50 Milliarden Dollar einzusammeln, um die Kapazitäten für Kunden wie OpenAI, Nvidia, xAI und Meta auszubauen. Der Lieferantenwechsel ist damit eher eine Entscheidung innerhalb eines laufenden Expansionsprogramms als ein Zeichen nachlassender Investitionsbereitschaft.
Am Freitag erholte sich die Aktie teilweise. Rückenwind lieferte Wedbush Securities: Die Investmentbank initiierte die Abdeckung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 225 Dollar. Die Analysten sehen Oracle als unterschätzten Infrastrukturprovider im KI-Sektor und argumentieren, der Markt überschätze die Risiken des laufenden Investitionszyklus.
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Hohe Schulden, starkes Backlog
Die Bilanz verdient einen nüchternen Blick. Oracles langfristige Schulden stiegen auf 124,7 Milliarden Dollar. Die Zinskosten wuchsen um 32 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow ist auf Jahresbasis tief negativ — getrieben von Investitionen in Höhe von 48,25 Milliarden Dollar.
Befürworter sehen darin eine strategische Vorinvestition, die durch den 553-Milliarden-Dollar-Auftragsbestand gedeckt ist. Kritiker verweisen auf die Hebelwirkung und die Frage, wann diese Verträge tatsächlich zu Umsatz werden.
Der Konsens von 40 Analystenhäusern liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 260,71 Dollar, mit einer Spanne von 160 bis 400 Dollar. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie in Frankfurt bei 145,62 Euro — rund 48 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und seit Jahresbeginn gut 12 Prozent im Minus. Das Backlog ist gewaltig. Wann es sich in Gewinne verwandelt, entscheidet über alles.
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