Oracle steuert auf einen Termin zu, der für die Stimmung am Markt wichtig werden dürfte: Am Dienstag legt der Konzern Zahlen vor. Anleger schauen dabei nicht nur auf Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft, sondern vor allem auf eine zweite Baustelle: die Finanzierung der gigantischen Ausbaupläne. Schafft Oracle den Spagat zwischen Tempo und finanzieller Disziplin?
10. März im Fokus
Oracle hat angekündigt, die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 am Dienstag, 10. März, nach US-Börsenschluss zu veröffentlichen. Im Anschluss will das Management die Zahlen in einer Telefonkonferenz und einem Webcast erläutern.
Der Zeitpunkt ist brisant, weil die Aktie seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben hat. Gleichzeitig bleibt der Analystenkonsens mehrheitlich positiv: Viele Häuser sind grundsätzlich konstruktiv, auch wenn die Kursziele zuletzt teils spürbar gesenkt wurden.
Analysten senken Kursziele – aus ähnlichen Gründen
Auffällig ist weniger die Richtung einzelner Ratings als die Begründung: Es geht immer wieder um Kapitalbedarf, Verschuldung und die Frage, wie belastbar die Investitionspläne sind.
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- Evercore ISI beließ Oracle am 5. März auf Outperform, senkte aber das Kursziel von 275 auf 220 US-Dollar.
- RBC Capital blieb bei Hold und reduzierte das Kursziel von 195 auf 160 US-Dollar. Der Analyst verwies dabei auf die Fähigkeit des Konzerns, Verpflichtungen rund um „Stargate“ zu finanzieren. Als Kontext nannte RBC u. a. hohe Schulden, negativen Free Cashflow und hohe Investitionen (Capex). Zudem habe Ende 2025 ein wichtiger Finanzierungspartner (Blue Owl) die Finanzierung eines geplanten 1-GW-Standorts in Michigan abgelehnt – unter anderem wegen weniger attraktiver Leasingkonditionen und Sorgen über steigende Verschuldung. Oracle rechne inzwischen mit „deutlich geringerem“ Finanzbedarf als in der ursprünglichen Ankündigung und spreche laut Bericht mit alternativen Equity-Partnern.
- Citigroup hielt am 4. März am Buy-Rating fest, senkte das Kursziel aber von 370 auf 310 US-Dollar.
Die Spanne der Kursziele (im Text von 160 bis 364 US-Dollar) zeigt, wie unterschiedlich der Markt den Konflikt bewertet: kräftige Investitionen für Wachstum – versus Vorsicht bei Bilanz und Cashflow.
Cloud wächst stark – aber der Markt wollte mehr Klarheit
Als Ausgangslage für das anstehende Quartal dienen gemischte Q2-Zahlen: Der Umsatz stieg laut Bericht um 14% auf 16,1 Mrd. US-Dollar, während die Cloud-Umsätze um 34% auf 8,0 Mrd. US-Dollar zulegten. Besonders stark: Cloud-Infrastructure-Umsatz plus 66%, getrieben von einem 177%-Anstieg bei GPU-bezogenen Erlösen.
Trotzdem reagierte der Markt nach dem Q2-Report nervös. Der Grund laut Text: Die Erlöse lagen unter den Erwartungen, obwohl die Nachfrage nach KI-Infrastruktur boomt. Genau hier setzt nun der Blick auf das Management an: Wie schnell lassen sich Kapazitäten hochfahren, wann gehen Kunden produktiv („go-live“) – und wie zügig wird aus Vertragspipeline tatsächlicher Umsatz?
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Ein zentraler Punkt ist dabei der enorme Auftragsbestand: Die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) werden im Text mit rund 523 Mrd. US-Dollar genannt – ein Plus von mehr als 400% gegenüber dem Vorjahr, getrieben durch Verträge unter anderem mit Meta und Nvidia. Das untermauert die Nachfrage, erhöht aber auch den Druck, diese Größenordnung verlässlich in Umsatz zu verwandeln.
Investitionsdruck: Schulden, Capex und „Stargate“
Die Skepsis vieler Analysten konzentriert sich auf die Finanzierung. Laut Bericht lagen die Gesamtschulden in Q2 FY26 bei 131,7 Mrd. US-Dollar; zudem wird ein negativer „levered free cash flow“ von 13,2 Mrd. US-Dollar genannt. Gleichzeitig flossen rund 12 Mrd. US-Dollar in Investitionen.
Hinzu kommt: Oracle plane 2026 zusätzlich 45–50 Mrd. US-Dollar aufzunehmen, um den KI-Infrastruktur-Ausbau zu finanzieren. Das „Stargate“-Projekt wird im Text mit 4,5 GW geplanter Rechenzentrums-Kapazität beschrieben; die Kosten könnten sich auf 180–225 Mrd. US-Dollar belaufen. Das ist die Dimension, die Anleger an der Story fasziniert – und gleichzeitig zurückschrecken lässt.
Ausblick bis Dienstag
Für Q3 erwartet die Wall Street laut Text einen Gewinn je Aktie von 1,71 US-Dollar sowie einen Umsatz von rund 16,9 Mrd. US-Dollar. Entscheidend am 10. März dürfte aber vor allem sein, ob Oracle neben starkem Cloud-Wachstum auch überzeugend erklärt, wie Kapazitätsausbau, RPO-Umsetzung und Finanzierung zusammenpassen. Die Aktie notiert heute bei 135,60 Euro und liegt damit seit Jahresanfang weiter klar im Minus – umso höher ist der Anspruch an einen Bericht, der nicht nur Wachstum zeigt, sondern auch Vertrauen in die Kapitaldisziplin schafft.
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