Oracle Aktie: Historischer Wochenknall!

Oracle gewinnt in einer Woche rund 100 Milliarden Dollar an Börsenwert, angetrieben durch strategische Partnerschaften mit Bloom Energy und AWS sowie starken Fundamentaldaten.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Starke Woche mit 27 Prozent Kursgewinn
  • Megadeals mit Bloom Energy und Amazon AWS
  • Auftragsbestand explodiert um 325 Prozent
  • Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial

Rund 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung in einer einzigen Woche. Oracle hat in den letzten fünf Handelstagen eine Rally hingelegt, die das Unternehmen erstmals seit dem Dotcom-Boom 1999 so stark nach oben katapultiert hat — getrieben von zwei Megadeals und einer KI-Infrastruktur-Story, die Anleger neu bewertet haben.

Bloom Energy zündet, AWS legt nach

Den Startschuss gab ein Energiepakt mit Bloom Energy. Oracle stieg am Montag um 13 Prozent, nachdem beide Unternehmen eine strategische Partnerschaft ausgebaut hatten. Oracle kann demnach bis zu 2,8 Gigawatt an Brennstoffzellensystemen abnehmen — 1,2 Gigawatt sind bereits fest kontrahiert. Der Hintergrund: Oracle hat bereits über 100 Milliarden Dollar Schulden aufgenommen, um seinen Rechenzentrumsausbau zu finanzieren. Die Frage nach der Stromversorgung ist für Hyperscaler gerade so drängend wie die nach der Hardware.

Mitte der Woche folgte der nächste Katalysator. Oracle und Amazon Web Services kündigten eine Multicloud-Vernetzung an: OCI und AWS sollen über eine private, am öffentlichen Internet vorbeigeführte Verbindung direkt gekoppelt werden. Kunden können dann Anwendungen auf OCI betreiben und Daten auf AWS speichern — oder umgekehrt. Der Start ist für die AWS-Region US East (N. Virginia) noch in diesem Jahr geplant. Die Aktie legte daraufhin über 5 Prozent zu.

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Fundamentaldaten stützen die Euphorie

Die Rally fällt nicht aus dem Nichts. Im jüngsten Quartal erzielte Oracle einen Umsatz von 17,19 Milliarden Dollar — 22 Prozent mehr als im Vorjahr und über den Analystenerwartungen. Cloud-Erlöse kletterten um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar.

Noch auffälliger: Der Auftragsbestand sprang um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Oracle einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar an — ein Niveau, das Marktbeobachter lange für unrealistisch hielten.

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Kurs erholt sich — aber Abstand zum Hoch bleibt gewaltig

Auf Wochensicht legte die Oracle-Aktie in Frankfurt rund 27 Prozent zu und schloss zuletzt bei 150,42 Euro. Das klingt nach Aufbruch. Allerdings liegt der Kurs noch immer rund 46 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro aus dem September 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 10 Prozent zu Buche.

Die Analysten sehen weiteres Potenzial. Citizens hält an einem Kursziel von 285 Dollar fest. Bank of America stieg Ende März mit einem Kursziel von 200 Dollar und einem Kaufvotum wieder ein — mit Verweis auf Oracles Stellung in der KI-Infrastruktur. Der Konsens aus 35 Analysten liegt bei 261 Dollar.

Die nächste Bewährungsprobe kommt mit den Quartalszahlen für das laufende Geschäftsjahr. Dann wird sich zeigen, ob der Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar tatsächlich in Umsatz umgewandelt wird — und ob die Rally mehr ist als eine technische Gegenbewegung.

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Über Dieter Jaworski 3166 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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