Der Ausbau der KI-Infrastruktur verschlingt bei Oracle gewaltige Summen. Während das operative Geschäft mit starken Wachstumsraten glänzt, rückt nun die Finanzierung dieser Milliardeninvestitionen ins Visier von US-Anwaltskanzleien. Nach Klagen von Aktionären prüfen nun auch Anleihe-Investoren rechtliche Schritte gegen den Softwarekonzern.
Neue Front bei der Schuldenfinanzierung
Im Zentrum der jüngsten Untersuchungen steht die Frage, ob Oracle beim Verkauf von Unternehmensanleihen wichtige Informationen zurückgehalten hat. Die Kanzlei Schall Law Firm prüft seit heute Vorwürfe, wonach das Management den tatsächlichen Kapitalbedarf für seine KI-Rechenzentren verschleiert haben könnte. Die Kläger argumentieren, dass die Vorbereitung weiterer massiver Schuldenaufnahmen die Bonität der bereits ausgegebenen Papiere gefährdet.
Dieser Vorstoß eröffnet eine neue juristische Front, parallel zu einer bereits laufenden Sammelklage von Aktionären. Letztere werfen dem Unternehmen vor, die Geschwindigkeit, mit der sich die hohen Investitionen in Umsatz verwandeln, zu optimistisch dargestellt zu haben.
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Hohe Kosten belasten die Margen
Die rechtlichen Auseinandersetzungen treffen auf eine angespannte finanzielle Realität. Um im KI-Rennen mitzuhalten, hat Oracle seine Gesamtverschuldung in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres auf 108,1 Milliarden US-Dollar hochgeschraubt. Das drückt auf die Profitabilität, zumal das Vermieten von Nvidia-Chips geringere Gewinnspannen abwirft als das klassische Softwaregeschäft. In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete der Konzern einen negativen freien Cashflow von 13,18 Milliarden US-Dollar.
Diese hohe Kapitalintensität erklärt auch den deutlichen Kursrutsch der vergangenen Monate. Mit einem aktuellen Kurs von rund 127 Euro notiert das Papier fast 55 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom vergangenen September.
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Analysten passen Modelle an
Trotz der operativ starken Zahlen für das dritte Quartal – der Umsatz der Cloud-Infrastruktur stieg um 84 Prozent – passen Analysten ihre Modelle an die neue Realität der hohen Investitionskosten an. Die jüngsten Kurszielsenkungen spiegeln diese Neubewertung wider:
- Mizuho: Ziel von 400 auf 320 US-Dollar gesenkt (Rating: Outperform)
- Argus: Ziel von 384 auf 225 US-Dollar gekappt (Rating: Buy)
- J.P. Morgan: Ziel von 230 auf 210 US-Dollar reduziert, aber auf „Overweight“ hochgestuft
Die Hochstufung durch J.P. Morgan zeigt, dass einige Marktbeobachter das stark gesunkene Kursniveau bereits als attraktive Einstiegschance für das langfristige KI-Potenzial werten. Kurzfristig bleibt der Terminkalender jedoch von juristischen Fristen geprägt. Bis zum 6. April 2026 müssen sich geschädigte Investoren für die Führung der laufenden Sammelklage registrieren, was den rechtlichen Druck auf das Management in den kommenden Wochen hoch halten wird.
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