Oracle Aktie: KI-Infrastruktur auf Pump

Oracle verzeichnet Rekordwachstum im KI-Infrastrukturgeschäft, finanziert dies jedoch durch hohe Investitionen und Schulden. Ein neues BYOH-Modell soll den Kapitaldruck mildern.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Cloud-Umsatz steigt um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar
  • Auftragsbestand erreicht Rekordwert von 553 Milliarden Dollar
  • Hohe Investitionen führen zu negativem freien Cashflow
  • Analysten bleiben vorsichtig optimistisch trotz Kurszielsenkungen

Oracle hat sich in den vergangenen Monaten vom klassischen Softwareanbieter zum Anwärter auf einen Platz im Zentrum der globalen KI-Infrastruktur gewandelt. Die jüngsten Zahlen belegen das Wachstum eindrucksvoll — doch das Geschäftsmodell stellt Anleger vor eine zentrale Frage: Wie finanziert man einen Wachstumskurs dieser Größenordnung?

Rekordwachstum im Cloud-Geschäft

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Oracle einen Cloud-Umsatz von 8,9 Milliarden Dollar — ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Cloud-Infrastruktur legte mit 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu, getrieben von der hohen Nachfrage nach KI-Trainingskapazitäten.

Noch auffälliger ist der Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) erreichten mit 553 Milliarden Dollar einen Rekordwert — ein Anstieg von 325 Prozent im Jahresvergleich. Cloud-Dienste machen inzwischen 52 Prozent des Gesamtumsatzes aus, nach 43 Prozent ein Jahr zuvor. Das Management hob das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar an.

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Das BYOH-Modell als Antwort auf den Kapitaldruck

Der Wachstumskurs hat seinen Preis. Oracle verzeichnet Investitionsausgaben von 48,3 Milliarden Dollar und einen negativen freien Cashflow von minus 24,7 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine langfristige Verschuldung von 124,7 Milliarden Dollar.

Um diesen Kapitaldruck zu mildern, führt Oracle ein „Bring-Your-Own-Hardware“-Modell (BYOH) ein. Kunden können dabei eigene Hardware einbringen oder erhebliche Vorauszahlungen leisten. Das entlastet Oracles Bilanz, während die Bruttomarge für KI-Dienste mit 32 Prozent bereits über dem langfristigen Ziel von 30 Prozent liegt.

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Parallel dazu expandiert Oracle sein Rechenzentrum-Netzwerk auf 72 Standorte, die in die Clouds von Amazon, Google und Microsoft integriert sind. Der Multi-Cloud-Datenbankumsatz stieg im jüngsten Quartal um 531 Prozent. In Schweden haben Telia und Brookfield eine „Sovereign AI“-Initiative gestartet, bei der Brookfield bis zu 10 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren will — ein Schritt, der Oracles Fokus auf digitale Souveränität in Europa unterstreicht.

Analysten bleiben vorsichtig optimistisch

Mizuho Securities senkte das Kursziel von 400 auf 320 Dollar, behielt aber das „Outperform“-Rating bei. Als stabilisierenden Faktor nannte das Haus die Q3-Ergebnisse sowie die im Februar platzierte Anleihe über 30 Milliarden Dollar. Barclays setzt das Kursziel auf 240 Dollar und verweist auf den Rekord-RPO als zentralen Wachstumstreiber. Der Analystenkonsens liegt derzeit bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 268 Dollar bei einem „Moderate Buy“-Rating.

Die Oracle-Aktie notiert aktuell rund 29 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Niveau, das die Skepsis des Markts gegenüber dem hohen Investitionstempo widerspiegelt. Am 24. April 2026 steht die nächste Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie an.

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