Oracle Aktie: KI-Offensive auf breiter Front

Oracle stellt zwölf neue KI-Anwendungen für ERP und Supply Chain vor, während hohe Investitionskosten den Aktienkurs belasten. Das Unternehmen plant Kapitalaufnahmen von bis zu 50 Milliarden Dollar.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Launch von zwölf KI-Anwendungen für ERP und Supply Chain
  • Verbleibende Leistungsverpflichtungen steigen um 325 Prozent
  • Plan für Kapitalaufnahmen bis zu 50 Milliarden Dollar
  • Aktienkurs notiert deutlich unter 50-Tage-Durchschnitt

Oracle hat am heutigen Donnerstag auf seinem AI World Tour Event in New York eine umfassende Welle neuer KI-Anwendungen vorgestellt. Das Besondere: Die Ankündigungen betreffen gleichzeitig Finanzen, Lieferketten, HR und Kundenerfahrung — also praktisch den gesamten Enterprise-Cloud-Stack des Unternehmens.

Was die neuen Anwendungen leisten

Im Mittelpunkt stehen die sogenannten Fusion Agentic Applications. Diese KI-gestützten Lösungen arbeiten mit spezialisierten Agenten-Teams, die eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen können — eingebettet in bestehende Workflows, Genehmigungsprozesse und Unternehmensdaten.

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Konkret umfasst der Launch zwölf neue Anwendungen für ERP und Supply Chain. Darunter ein sogenannter Collectors Workspace, der Finanzteams beim Forderungsmanagement unterstützt: weniger manuelle Arbeit, schnellere Zahlungseingänge, niedrigere Days Sales Outstanding. Für HR kommen acht neue Anwendungen hinzu, die innerhalb von Oracle Fusion Cloud HCM eigenständig agieren können. Ergänzt wird das Paket durch den Oracle AI Agent Studio, mit dem Unternehmen eigene KI-Automatisierungen ohne klassische Softwareentwicklung aufbauen können.

Starke Auftragslage, hohe Investitionskosten

Der Produktoffensive liegt eine beeindruckende Nachfragepipeline zugrunde. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) lagen zum Ende des dritten Fiskalquartals bei 553 Milliarden US-Dollar — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz kletterte im dritten Quartal um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, der Cloud-Umsatz sogar um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar.

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Die Kehrseite: Oracle plant, im laufenden Kalenderjahr 45 bis 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen, um die KI-Infrastruktur zu finanzieren. Genau diese aggressiven Investitionen belasten die Aktie seit Jahresbeginn erheblich — das Papier notiert aktuell bei rund 118 Euro und damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 130,51 Euro.

Während Wettbewerber wie Palantir und Microsoft heute teils deutlich nachgaben, hielt sich die Oracle-Aktie im US-Handel vergleichsweise stabil. Ob das Vertrauen der Investoren in die Wachstumsstrategie zurückkehrt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die milliardenschweren Investitionen in messbarem Umsatzwachstum niederschlagen — Oracle selbst zeigt sich für das Geschäftsjahr 2027 und darüber hinaus optimistisch. Der heutige Launch-Tag fällt zudem mit dem Dividenden-Stichtag zusammen: Aktionäre, die heute im Depot geführt werden, erhalten am 24. April eine Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar je Aktie.

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