Oracle Aktie: KI-Schulden im Visier

Oracle sieht sich mit einer Untersuchung zu Anleiheemissionen konfrontiert, während hohe KI-Kosten und eine wachsende Schuldenlast den Aktienkurs belasten, trotz operativer Rekordzahlen.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • US-Kanzlei prüft Anleiheemissionen von 2024/2025
  • Gesamtverschuldung erreicht über 108 Milliarden Dollar
  • Starke Umsatz- und Cloud-Wachstumszahlen im Quartal
  • Analysten senken Kursziele trotz positiver Ratings

Der Ausbau der Künstlichen Intelligenz verschlingt Milliarden – und bringt Oracle nun juristischen Ärger ein. Eine US-Kanzlei prüft derzeit, ob der Softwarekonzern bei der Ausgabe von Anleihen die wahren Kosten seiner KI-Infrastruktur verschwiegen hat. Während die operativen Zahlen des Unternehmens Rekorde brechen, rückt die wachsende Schuldenlast zunehmend in den Mittelpunkt.

Ermittlungen um Anleiheemissionen

Konkret geht es um die Frage, ob Oracle Investoren über den enormen Kapitalbedarf für seine Rechenzentren im Unklaren ließ. Die Kanzlei Schall Law Firm untersucht Anleiheemissionen aus den Jahren 2024 und 2025. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen habe den Bedarf an deutlich höheren Schulden für den KI-Ausbau verschwiegen, was die Kreditwürdigkeit der Papiere im Nachhinein beeinträchtigen könnte.

Tatsächlich kletterte die Gesamtverschuldung in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres auf 108,1 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch eine große Anleiheplatzierung im September 2025. Hinzu kommen künftige Leasingverpflichtungen für Rechenzentren in Höhe von 248 Milliarden Dollar, die noch nicht in der Bilanz stehen. Die Ratingagentur Moody’s bewertet Oracle aktuell mit Baa2, was lediglich zwei Stufen über dem sogenannten „Ramschniveau“ liegt.

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Operativer Rekordlauf trifft auf Kursverluste

Diese finanzielle Last drückt spürbar auf die Stimmung der Anleger. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits über 28 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei rund 120 Euro. Damit hat sich der Kurs weit vom 52-Wochen-Hoch entfernt.

Dabei liest sich die operative Entwicklung völlig anders. Im dritten Quartal stieg der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, während das Cloud-Geschäft sogar um 44 Prozent zulegte. Um den Kapitalbedarf künftig zu drosseln, setzt das Management nun auf ein Modell, bei dem Kunden ihre eigene Hardware mitbringen. Entsprechende Verträge im Wert von 29 Milliarden Dollar sollen laut Oracle weiteres Wachstum ohne negativen Cashflow sichern.

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Analysten passen Erwartungen an

Die Analystengemeinde reagiert gespalten auf diesen Spagat zwischen starkem Wachstum und hoher Verschuldung. Zwar bleiben viele Experten langfristig optimistisch, passen aber ihre kurzfristigen Erwartungen an die hohen Investitionskosten an. Jüngste Kurszieländerungen nach den Quartalszahlen zeigen dieses Bild deutlich:

  • Mizuho: Ziel auf 320 US-Dollar gesenkt (zuvor 400), Rating bleibt „Outperform“
  • Argus: Ziel auf 225 US-Dollar gekappt (zuvor 384), Rating bleibt „Buy“
  • JPMorgan Chase: Hochstufung auf „Overweight“, aber Zielsenkung auf 210 US-Dollar

Die laufende Untersuchung der Anleiheemissionen fügt der ohnehin angespannten Bilanzsituation nun eine juristische Komponente hinzu. Für Oracle geht es in den kommenden Monaten vor allem darum, die vertraglich zugesicherten Milliardenumsätze aus dem neuen Hardware-Modell in echten Cashflow umzuwandeln, um die Bedenken der Kreditmärkte zu zerstreuen.

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