Monatelang machten sich Investoren Sorgen um die hohe Schuldenlast des Softwarekonzerns. Die jüngsten Quartalszahlen wischen diese Bedenken nun vorerst vom Tisch. Mit einem starken Anstieg bei den Cloud-Erlösen und prall gefüllten Auftragsbüchern beweist Oracle, dass die aggressive Strategie im Bereich der Künstlichen Intelligenz greift.
Cloud-Infrastruktur als Wachstumsmotor
Zum ersten Mal seit über 15 Jahren verzeichnete das Unternehmen ein organisches Umsatz- und Gewinnwachstum von jeweils mehr als 20 Prozent. Der eigentliche Treiber des dritten Geschäftsquartals war jedoch die Cloud-Infrastruktur. In dieser viel beachteten Sparte kletterten die Einnahmen um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar und übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Namhafte Neukunden wie Lockheed Martin und Air France-KLM unterstreichen die aktuelle Dynamik im Enterprise-Sektor.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die zukünftige Auslastung. Die vertraglich zugesicherten, aber noch nicht abgerechneten Umsätze (RPO) sprangen im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar nach oben. Hauptgrund für diesen enormen Auftragsbestand ist laut Unternehmensangaben der hohe Bedarf an KI-Rechenleistung. Um diese Nachfrage zu bedienen, baut Oracle nicht nur massiv Rechenzentren aus, sondern strukturiert auch intern um. Da KI-Modelle bei der Code-Generierung immer effizienter arbeiten, setzt das Management auf kleinere, agilere Entwicklerteams, um Software schneller und kostengünstiger bereitzustellen.
Hohe Schulden treffen auf ambitionierte Ziele
Dieser rasante Ausbau der Infrastruktur hat allerdings seinen Preis. Oracle finanziert die neuen Rechenzentren über ein umfangreiches Kapitalbeschaffungsprogramm. Allein in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres wuchs der Schuldenberg auf über 108 Milliarden US-Dollar an. Diese finanzielle Anspannung drückte in den vergangenen Monaten spürbar auf die Stimmung der Anleger. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 18,75 Prozent und ging am Freitag bei 135,68 Euro aus dem Handel.
Oracle profitiert derzeit fundamental davon, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung das verfügbare Angebot am Markt übersteigt. Solange das Unternehmen dieses operative Momentum aufrechterhält und die auf 90 Milliarden US-Dollar angehobene Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 untermauert, tritt die schwächere Liquiditätsposition im direkten Vergleich zu Konkurrenten wie Microsoft oder Amazon in den Hintergrund.
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