Oracle liefert derzeit eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen operativem Geschäft und Börsenbewertung. Während der Softwarekonzern neue KI-Partnerschaften schmiedet, politisch an Einfluss gewinnt und das Cloud-Wachstum massiv ausbaut, verharrt das Papier auf einem niedrigen Niveau. Die Sorge der Anleger richtet sich dabei auf einen ganz bestimmten Kostenfaktor.
Expansion und politischer Einfluss
Auf operativer Ebene reiht sich aktuell eine Erfolgsmeldung an die nächste. In Nashville erweitert der Konzern seine Präsenz um eine gut 10.000 Quadratmeter große Bürofläche, um Platz für künftige Cloud- und KI-Teams zu schaffen. Parallel dazu migriert der Datenlösungsanbieter Veritone seine KI-Plattformen im Rahmen eines mehrjährigen Vertrags auf die Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Damit zielt das Unternehmen auch auf Aufträge aus dem öffentlichen Sektor ab.
Zusätzlich sichert sich das Management politisches Gehör: Präsident Donald Trump berief am 25. März sowohl Oracle-Gründer Larry Ellison als auch die ehemalige CEO Safra Catz in einen neuen Technologiebeirat. Dieses Gremium soll das Weiße Haus künftig bei Richtlinien zu Künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen beraten.
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Margendruck überschattet Rekordzahlen
Die starke operative Dynamik zeigt sich auch in den jüngsten Quartalszahlen. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) schossen im dritten Quartal um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar nach oben, während der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur um 84 Prozent zulegte. Dennoch hat die Aktie seit Jahresanfang über 27 Prozent an Wert verloren und notiert mit einem Freitagsschlusskurs von 121,00 Euro mehr als 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Verantwortlich für diese Zurückhaltung der Investoren sind die massiven Kapitalausgaben, die für den Ausbau der KI-Infrastruktur notwendig sind. Diese hohen Investitionen drücken auf die Margen und wecken am Markt Zweifel, wie schnell sich die Ausgaben in freien Cashflow verwandeln lassen.
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Analysten sehen Einstiegschance
Trotz der kurzfristigen Belastungen bewerten Experten das Chance-Risiko-Verhältnis mehrheitlich positiv. Die Wall Street fokussiert sich auf die langfristigen Marktanteilsgewinne im Cloud-Sektor:
- JPMorgan stufte die Aktie nach den Quartalszahlen auf „Overweight“ hoch und rief ein Kursziel von 210 US-Dollar aus.
- Barclays hob das Kursziel im Nachgang der Zahlen auf 240 US-Dollar an.
- Der Konsens von 34 Analysten liegt bei einem durchschnittlichen 12-Monats-Kursziel von rund 264 US-Dollar mit der klaren Einstufung „Buy“.
Die aktuelle Marktbewertung zwingt Oracle zu einem Beweis der Profitabilität. Das Management hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 bereits um eine Milliarde auf 90 Milliarden US-Dollar angehoben. Um die Lücke zwischen der operativen Stärke und dem schwächelnden Aktienkurs zu schließen, muss der Konzern in den kommenden Quartalen demonstrieren, dass die aggressiven Infrastruktur-Investitionen die Gewinnmargen nicht dauerhaft belasten.
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