Oracle Aktie: Milliarden-Wette auf die Cloud

Oracle investiert 50 Milliarden Dollar in Cloud-Infrastruktur und streicht tausende Stellen, um Ressourcen in KI und OCI zu verlagern. Der Auftragsbestand stieg auf 553 Milliarden Dollar.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • 50 Milliarden Dollar für Rechenzentrumsausbau
  • Tausende Stellenstreichungen zur Kostenoptimierung
  • Auftragsbestand wächst um 325 Prozent
  • Cloud-Umsatz steigt um 84 Prozent

Oracle hat gestern einen klaren Kurssprung von rund 6 Prozent verbucht — ausgelöst durch die Ankündigung tausender Stellenstreichungen. Hinter dem scheinbaren Widerspruch steckt eine konsequente Strategie: Ressourcen raus aus dem klassischen Softwaregeschäft, rein in KI und Cloud-Infrastruktur.

Investitionsoffensive mit Preisschild

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant Oracle Kapitalausgaben von rund 50 Milliarden US-Dollar — ausschließlich für den Ausbau globaler Rechenzentren unter dem Dach der Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Finanziert wird das Programm durch eine Kombination aus Schulden und Eigenkapital, die das Unternehmen bereits in den ersten Monaten des Jahres in gleicher Höhe eingesammelt hat.

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Dass Investoren das Vorhaben trotz der Schuldenlast nicht ignorieren, liegt an einem Kennwert: Die vertraglich gesicherten Zukunftsumsätze (Remaining Performance Obligations) lagen im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 bei 553 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Stellenabbau als Finanzierungshebel

Der Umbau hat seinen Preis. Oracle rechnet mit Restrukturierungskosten von bis zu 2,1 Milliarden Dollar, ein Großteil davon für Abfindungen. Analysten von TD Cowen sehen darin jedoch mittelfristiges Potenzial: Die Effizienzmaßnahmen könnten zwischen 8 und 10 Milliarden Dollar an freiem Cashflow freisetzen, der dann direkt in den OCI-Ausbau fließen soll.

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Parallel dazu weitet Oracle seine Aktivitäten im öffentlichen Sektor aus. NVIDIA-B300-GPUs werden in die staatlichen Cloud-Regionen integriert, um US-Bundesbehörden bei KI-Anwendungen zu unterstützen. Zudem wurde Oracle Cloud Federal Financials in den Marktplatz des US-Finanzministeriums aufgenommen — nach Unternehmensangaben das erste cloudnative Angebot dieser Art für den Bundesbetrieb.

Kurs weit unter Jahreshoch

Trotz des gestrigen Anstiegs liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 23 Prozent im Minus. Das Vertrauen der Anleger hängt nun maßgeblich daran, ob das Cloud-Geschäft — zuletzt mit 84 Prozent Wachstum im Quartal — schnell genug skaliert, um die gestiegenen Zinslasten zu kompensieren. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar tatsächlich in entsprechende Umsätze mündet.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.