Der Softwarekonzern bewegt sich beim Ausbau seiner KI-Infrastruktur auf einem schmalen Grat. Ein direkter Konkurrent hat sich soeben ein aufgegebenes Rechenzentrumsprojekt in Texas gesichert, während gleichzeitig der juristische Druck durch enttäuschte Investoren wächst. Die enormen Investitionskosten für neue Kapazitäten fordern ihren Tribut und zwingen den Markt zu einer harten Neubewertung der Strategie.
Konkurrent übernimmt Standort
Ursprünglich planten Oracle und OpenAI die gemeinsame Nutzung eines gigantischen Rechenzentrums in Abilene, Texas. Nachdem sich die Verhandlungen über die Finanzierung in die Länge zogen und sich die technischen Anforderungen änderten, zogen sich beide Parteien zurück. Nun hat Microsoft die Gelegenheit ergriffen und das 700-Megawatt-Projekt vom Entwickler Crusoe gemietet. Damit rücken die beiden Tech-Giganten auf dem wichtigen texanischen Campus räumlich direkt aneinander.
Parallel zu den infrastrukturellen Verschiebungen rückt ein wichtiger juristischer Stichtag näher. Bis zum 6. April können sich Anleger einer US-Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs anschließen. Die Kläger werfen dem Management vor, die finanziellen Folgen der KI-Strategie verschleiert zu haben.
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Konkret geht es um die Prognose für das Geschäftsjahr 2026: Das Unternehmen veranschlagte plötzlich 50 Milliarden US-Dollar für Investitionsausgaben – 15 Milliarden mehr als zuvor kommuniziert. Da die Umsatzprognosen nicht im gleichen Maß stiegen und der freie Cashflow tief ins Minus rutschte, reagierten die Märkte alarmiert.
Hohe Schuldenlast trifft auf starkes Wachstum
Diese finanzielle Belastung spiegelt sich deutlich im Chartbild wider. Seit dem Rekordhoch im September 2025 hat das Papier rund 55 Prozent an Wert verloren und ging gestern bei 124,38 Euro aus dem Handel. Um den massiven Kapitalbedarf zu decken, nahm der Konzern zuletzt in großem Stil Fremdkapital auf, wodurch die Gesamtverschuldung in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres auf über 108 Milliarden US-Dollar anstieg.
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Trotz der hohen Schuldenlast zeigt das operative Geschäft eine bemerkenswerte Stärke. Im dritten Quartal kletterten die Cloud-Infrastruktur-Erlöse um 84 Prozent. Zudem stieg der Auftragsbestand auf beeindruckende 553 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen veranlassten das Management, die Umsatzprognose für 2027 auf 90 Milliarden US-Dollar anzuheben. Auch eine kürzlich durchgeführte Finanzierungsrunde über 30 Milliarden US-Dollar war stark überzeichnet.
Die Analysten der Wall Street bewerten das Verhältnis von langfristigen Chancen und kurzfristigen Ausgabenrisiken nach den jüngsten Zahlen unterschiedlich:
– J.P. Morgan: Hochstufung auf „Overweight“ (Kursziel: 210 $)
– Mizuho: Kurszielsenkung auf 320 $ (Rating: „Outperform“)
– Argus: Kurszielsenkung auf 225 $ (Rating: „Buy“)
Bis zum Fristende der Sammelklage am 6. April bleibt die Nachrichtenlage um das Unternehmen dicht. Die aktuelle Marktbewertung erfordert eine genaue Abwägung zwischen dem historischen Auftragsbestand von über einer halben Billion Dollar und den enormen Vorleistungskosten für die KI-Infrastruktur.
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