Oracles KI-Wette wächst in beide Richtungen: Der Konzern meldet einen Meilenstein bei seiner Energie-Plattform — und gleichzeitig warnen die Kreditmärkte so laut wie nie zuvor. Der Widerspruch zwischen starkem operativem Wachstum und explodierenden Schulden prägt das Bild dieser Aktie im Jahr 2026.
Opower erreicht 45 Millionen Haushalte
Auf dem Oracle Customer Edge Summit in Austin verkündete das Unternehmen heute einen Skalierungsrekord für seine KI-gestützte Plattform Oracle Utilities Opower. Rund 44,6 Millionen nordamerikanische Haushalte nutzen den Dienst, der Energieverbrauch durch verhaltensbasierte Nudges und personalisierte Kommunikation senkt. Seit dem Start wurden 44,23 TWh Energie eingespart — das entspricht kumulierten Einsparungen von rund 4,3 Milliarden US-Dollar bei Verbrauchern. Allein 2025 kamen 369 Millionen Dollar hinzu.
Die Plattform hat sich zudem auf Geschäftskunden ausgeweitet. Der US-Versorger Evergy erzielte mit Opower eine Voranmeldequote von 30 Prozent für zeitvariable Tarife und vermied dadurch über zwei Millionen Dollar an Callcenter-Kosten.
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Kreditmärkte schlagen Alarm
Parallel zu diesen Erfolgen sendet der Anleihemarkt ein deutliches Signal. Oracles Fünfjahres-Credit-Default-Swap-Spread kletterte auf 198 Basispunkte — laut ICE Data Services der höchste je gemessene Schlusskurs, der sogar den bisherigen Rekord aus dem Dezember 2008 übertrifft. Anleiheninvestoren verlangen damit eine historisch hohe Risikoprämie für das Halten von Oracle-Schulden.
Der Grund liegt in Oracles aggressivem Expansionskurs: Für 2026 plant der Konzern Kapitalaufnahmen von 45 bis 50 Milliarden Dollar aus Eigen- und Fremdkapital, um den Ausbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren. Der freie Cashflow rutschte zum Ende des dritten Quartals auf minus 24,7 Milliarden Dollar.
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Starke Zahlen, schwache Kursentwicklung
Das operative Geschäft entwickelt sich trotzdem robust. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Der Cloud-Umsatz legte sogar um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu. Besonders auffällig: Der Auftragsbestand wuchs um 325 Prozent auf fast 553 Milliarden Dollar — vertraglich gesicherte, keine spekulativen Einnahmen.
Die Aktie hat davon bislang wenig profitiert und notiert seit Jahresbeginn rund 25 Prozent im Minus — weit entfernt vom Allzeithoch des vergangenen Septembers.
Nicht alle Marktteilnehmer sehen das als dauerhaftes Problem. Das Analysehaus CreditSights stufte Oracle im April auf „Outperform“ hoch und erwartet, dass das EBITDA-Wachstum den steigenden Schuldenberg mehr als kompensiert. Die Leverage-Ratio soll demnach von 4,2x im laufenden Geschäftsjahr bis 2028 auf 3,6x sinken. Ob das schnell genug geschieht, um den Kurs zu stabilisieren, hängt maßgeblich davon ab, wie zügig Oracle seine Cloud-Infrastrukturkapazitäten in zahlende Kundenumsätze überführt — angepeilt sind 18 Milliarden Dollar allein im laufenden Geschäftsjahr.
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