Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die stärksten Ergebnisse seit mehr als 15 Jahren geliefert. Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie wuchsen erstmals seit dieser Zeit gleichzeitig um mehr als 20 Prozent. Ausgerechnet eine Pflichtmitteilung am Freitag trübte die Stimmung — und rückte die Schattenseite der Transformation ins Blickfeld.
Das Quartal im Überblick
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 1,70 Dollar. Der Umsatz erreichte 17,19 Milliarden Dollar gegenüber dem Konsens von 16,91 Milliarden. Das Nettoergebnis kletterte auf 3,72 Milliarden Dollar, nach 2,94 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Besonders das Cloud-Infrastrukturgeschäft zog an: Der Umsatz in diesem Segment stieg um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar — nach einem Wachstum von 68 Prozent im Vorquartal. Zu den neuen Kunden zählen Air France-KLM, Lockheed Martin und SoftBank.
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Noch beeindruckender ist der Auftragsbestand. Die sogenannten Remaining Performance Obligations — also vertraglich gesicherte, nicht kündbare Zukunftsumsätze — sprangen um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf großvolumige KI-Verträge, bei denen Oracle nach eigenen Angaben keine zusätzlichen Mittel zur Finanzierung benötigt, da Kunden entweder Vorauszahlungen leisten oder die benötigte Hardware selbst beistellen.
Höhere Restrukturierungskosten belasten
Für das Gesamtjahr 2027 hebt Oracle die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar an. Im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 18 bis 20 Prozent in konstanten Währungen, beim Cloud-Umsatz sogar 44 bis 48 Prozent.
Trotzdem geriet die Aktie am Freitag unter Druck. Auslöser war eine Pflichtmitteilung, in der Oracle die erwarteten Kosten seines Restrukturierungsprogramms für das Geschäftsjahr 2026 von bisher 1,6 Milliarden auf bis zu 2,1 Milliarden Dollar nach oben korrigierte. Den Großteil dieser Kosten machen Abfindungszahlungen aus. Als Begründung verwies Oracle auf den Einsatz von KI-gestützten Code-Entwicklungstools, die eine höhere Softwareproduktion mit weniger Personal ermöglichen sollen.
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Hinzu kommt die Schuldenlast: Nach einer milliardenschweren Anleiheemission im September 2025 belaufen sich die Gesamtverbindlichkeiten auf rund 108 Milliarden Dollar. Im Februar kündigte Oracle zudem an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen zu wollen — 30 Milliarden davon wurden innerhalb weniger Tage platziert.
Analysten optimistisch, Markt skeptisch
JPMorgan stufte Oracle nach den Zahlen von Neutral auf Overweight hoch und setzte ein Kursziel von 210 Dollar. Analyst Mark Murphy verwies auf ein verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis nach dem jüngsten Kursrückgang. Barclays erhöhte sein Kursziel auf 240 Dollar. Morgan Stanley hingegen betont, dass Investoren konkrete Belege dafür sehen wollen, dass Oracles KI-Chip-Vermietungsgeschäft tatsächlich Gewinn und freien Cashflow steigert.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 137 Euro und damit weit unterhalb dieser Ziele — und mehr als 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Ob der Kursrückgang der vergangenen Monate eine Einstiegsgelegenheit darstellt, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell Oracle seinen 553-Milliarden-Auftragsbestand in tatsächlich verbuchte Umsätze umwandelt. Die nächsten Quartalszahlen für Q4 FY2026 werden dabei erste Antworten liefern.
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