Oracle Aktie: Rekordquartal, steigende Kosten

Oracle meldet Rekordzahlen mit starkem Cloud-Wachstum, korrigiert aber Restrukturierungskosten nach oben. Analysten sind optimistisch, während die Aktie deutlich unter Kurszielen notiert.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Stärkstes Quartalsergebnis seit über 15 Jahren
  • Cloud-Umsatz steigt um 84 Prozent
  • Auftragsbestand explodiert auf 553 Milliarden Dollar
  • Restrukturierungskosten werden deutlich erhöht

Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die stärksten Ergebnisse seit mehr als 15 Jahren geliefert. Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie wuchsen erstmals seit dieser Zeit gleichzeitig um mehr als 20 Prozent. Ausgerechnet eine Pflichtmitteilung am Freitag trübte die Stimmung — und rückte die Schattenseite der Transformation ins Blickfeld.

Das Quartal im Überblick

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 1,70 Dollar. Der Umsatz erreichte 17,19 Milliarden Dollar gegenüber dem Konsens von 16,91 Milliarden. Das Nettoergebnis kletterte auf 3,72 Milliarden Dollar, nach 2,94 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Besonders das Cloud-Infrastrukturgeschäft zog an: Der Umsatz in diesem Segment stieg um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar — nach einem Wachstum von 68 Prozent im Vorquartal. Zu den neuen Kunden zählen Air France-KLM, Lockheed Martin und SoftBank.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Noch beeindruckender ist der Auftragsbestand. Die sogenannten Remaining Performance Obligations — also vertraglich gesicherte, nicht kündbare Zukunftsumsätze — sprangen um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf großvolumige KI-Verträge, bei denen Oracle nach eigenen Angaben keine zusätzlichen Mittel zur Finanzierung benötigt, da Kunden entweder Vorauszahlungen leisten oder die benötigte Hardware selbst beistellen.

Höhere Restrukturierungskosten belasten

Für das Gesamtjahr 2027 hebt Oracle die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar an. Im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 18 bis 20 Prozent in konstanten Währungen, beim Cloud-Umsatz sogar 44 bis 48 Prozent.

Trotzdem geriet die Aktie am Freitag unter Druck. Auslöser war eine Pflichtmitteilung, in der Oracle die erwarteten Kosten seines Restrukturierungsprogramms für das Geschäftsjahr 2026 von bisher 1,6 Milliarden auf bis zu 2,1 Milliarden Dollar nach oben korrigierte. Den Großteil dieser Kosten machen Abfindungszahlungen aus. Als Begründung verwies Oracle auf den Einsatz von KI-gestützten Code-Entwicklungstools, die eine höhere Softwareproduktion mit weniger Personal ermöglichen sollen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Hinzu kommt die Schuldenlast: Nach einer milliardenschweren Anleiheemission im September 2025 belaufen sich die Gesamtverbindlichkeiten auf rund 108 Milliarden Dollar. Im Februar kündigte Oracle zudem an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen zu wollen — 30 Milliarden davon wurden innerhalb weniger Tage platziert.

Analysten optimistisch, Markt skeptisch

JPMorgan stufte Oracle nach den Zahlen von Neutral auf Overweight hoch und setzte ein Kursziel von 210 Dollar. Analyst Mark Murphy verwies auf ein verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis nach dem jüngsten Kursrückgang. Barclays erhöhte sein Kursziel auf 240 Dollar. Morgan Stanley hingegen betont, dass Investoren konkrete Belege dafür sehen wollen, dass Oracles KI-Chip-Vermietungsgeschäft tatsächlich Gewinn und freien Cashflow steigert.

Die Aktie notiert aktuell bei rund 137 Euro und damit weit unterhalb dieser Ziele — und mehr als 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Ob der Kursrückgang der vergangenen Monate eine Einstiegsgelegenheit darstellt, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell Oracle seinen 553-Milliarden-Auftragsbestand in tatsächlich verbuchte Umsätze umwandelt. Die nächsten Quartalszahlen für Q4 FY2026 werden dabei erste Antworten liefern.

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 16. März liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Oracle

Über Dr. Robert Sasse 1975 Artikel

Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

Philosophie und Ansatz

Dr. Sasse ist überzeugt, dass eine freiheitlich-marktwirtschaftliche Ordnung die Basis für Wohlstand und Innovation ist. Er betrachtet Aktien als einen zentralen Baustein für finanzielle Unabhängigkeit und eine moderne Altersvorsorge. Seine Mission ist es, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu machen und Anlegern die Vorteile eines langfristigen, systematischen Vermögensaufbaus näherzubringen.

Sein Ansatz zeichnet sich durch die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und einem klaren, sachlichen Stil aus. Er legt Wert darauf, Lesern – unabhängig von ihrem Vorwissen – zu helfen, informierte Finanzentscheidungen zu treffen.