Oracle hat am Dienstagabend Quartalszahlen vorgelegt, die in nahezu jeder Kennzahl über den Erwartungen lagen. Das Cloud-Geschäft wächst rasant, der Auftragsbestand explodiert – doch die Bilanz bleibt ein Thema, das Anleger nicht ignorieren können.
Das Quartal im Überblick
Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren wuchsen Oracles Gesamtumsatz und bereinigter Gewinn je Aktie gleichzeitig um mindestens 20 Prozent. Der Gesamtumsatz stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Das Cloud-Geschäft legte sogar um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu.
Besonders auffällig: Die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) wuchs um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar – und übertraf damit die Analystenerwartung von 79 Prozent deutlich. Neue Unternehmenskunden wie Air France-KLM, Lockheed Martin und SoftBank unterstreichen die wachsende Relevanz der Plattform.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Dollar gegenüber einem Konsens von 1,70 Dollar.
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Auftragsbestand als Schlüsselindikator
Der vielleicht bemerkenswerteste Datenpunkt des Quartals ist der Auftragsbestand. Oracle schloss das Quartal mit verbleibenden Leistungsverpflichtungen von 553 Milliarden Dollar ab – ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den Haupttreiber sieht das Unternehmen in großvolumigen KI-Verträgen, bei denen die Infrastruktur überwiegend durch Kundenzahlungen im Voraus oder direkt vom Kunden bereitgestellt wird.
Für das Gesamtjahr 2027 hob das Management die Umsatzprognose um eine Milliarde auf 90 Milliarden Dollar an – deutlich über dem Analysten-Konsens von 86,6 Milliarden Dollar. Für das laufende vierte Quartal erwartet Oracle ein Cloud-Umsatzwachstum von 46 bis 50 Prozent.
Schulden bleiben ein Faktor
Die starken Wachstumszahlen kommen nicht ohne Preis. Oracles Gesamtverschuldung stieg im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres auf 108,1 Milliarden Dollar, nachdem im September 2025 Anleihen im Volumen von 18 Milliarden Dollar begeben wurden. Im Februar kündigte Oracle zudem an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen – 30 Milliarden davon wurden innerhalb weniger Tage platziert. Moody’s bewertet Oracle mit Baa2, zwei Stufen über dem Ramschbereich.
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Hinzu kommt: Das Vermieten von Rechenkapazität ist marginschwächer als das klassische Softwarelizenzgeschäft. Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate lag bei minus 13,18 Milliarden Dollar.
Auf der Ergebniskonferenz bestätigte CFO Doug Kehring außerdem, dass Oracle nach der Trennung von ByteDance eine 15-prozentige Beteiligung an TikTok US hält – inklusive Sitz im Verwaltungsrat. Finanziell wirksam wird diese Position erstmals im vierten Quartal.
Kursreaktion und Einordnung
Die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Dienstag zeitweise um rund zehn Prozent zu. Das ist angesichts der Vorgeschichte bemerkenswert: Seit dem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro im September 2025 hatte der Kurs bis zuletzt rund 50 Prozent verloren – der stärkste Rückgang im S&P 500 über diesen Zeitraum. Eine Korrektur dieser Größenordnung hatte Oracle zuletzt während des Platzens der Dotcom-Blase erlebt.
Ob die Quartalsergebnisse eine nachhaltige Trendwende einleiten, hängt davon ab, ob Oracle seinen Schuldenaufbau mit dem Umsatzwachstum in Einklang bringen kann. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Q4-Zahlen – voraussichtlich im Juni 2026.
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