Oracle liefert seit Monaten beeindruckende Zahlen — und die Aktie fällt trotzdem. Dieser Widerspruch prägt die Stimmung rund um den Datenbankgiganten im April 2026.
Wenn Wachstum nicht reicht
Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 war nach eigenen Angaben das erste Quartal seit mehr als 15 Jahren, in dem sowohl der organische Gesamtumsatz als auch der bereinigte Gewinn je Aktie um 20 Prozent oder mehr in US-Dollar zulegten. Der Cloud-Umsatz stieg um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar. Das Multi-Cloud-Datenbankgeschäft wuchs sogar um 531 Prozent.
Trotzdem hat die Aktie seit Jahresbeginn rund 24 Prozent verloren. Der Grund liegt auf der Hand: Orakels aggressive KI-Investitionen verschlingen enorme Summen. Der freie Cashflow ist mit minus 24,7 Milliarden Dollar tief im negativen Bereich, die langfristigen Schulden sind von 85,3 auf 124,7 Milliarden Dollar gestiegen.
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Im Februar kündigte Oracle an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Innerhalb weniger Tage flossen 30 Milliarden Dollar durch Investment-Grade-Anleihen und Wandelanleihen — mit einem Orderbuch, das deutlich überzeichnet war. Hinzu kommen ein 38-Milliarden-Dollar-Paket für Rechenzentren in Texas und Wisconsin sowie 18 Milliarden Dollar für ein Projekt in New Mexico. Gemeinsam mit OpenAI und Related Digital entsteht zudem ein Rechenzentrumspark mit über einem Gigawatt Leistung in Michigan — Teil des Stargate-Programms.
Neue CFO, voller Auftragsbestand
Seit dem 6. April führt Hilary Maxson die Finanzen. Sie kommt von Schneider Electric, wo sie ebenfalls als CFO tätig war, und bringt mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung bei AES Corporation mit. Analysten sehen ihre Infrastruktur- und Energiekompetenz als gut passend zum laufenden Rechenzentrumsausbau.
Unterdessen zeigt ein frischer Kundengewinn, dass das Cloud-Geschäft operativ Fahrt aufnimmt. Santee Cooper, der größte öffentliche Energieversorger South Carolinas, hat Oracles Utilities Customer Cloud Service eingeführt. Die nächtlichen Abrechnungsprozesse laufen seitdem im Schnitt drei Stunden schneller, die tägliche Batch-Verarbeitung wurde von 13 auf 6,5 Stunden halbiert. Die Umstellung senkte zudem die prognostizierten Upgrade-Kosten um 30 bis 40 Prozent.
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Was Analysten sagen
Die Wall Street bleibt trotz des Kursrückgangs überwiegend optimistisch. 33 von 44 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, nur einer rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 246 Dollar, das höchste Ziel bei 400 Dollar.
Die Grundlage für diesen Optimismus ist Oracles Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen beliefen sich zum Ende des dritten Quartals auf knapp 553 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Management hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar angehoben und erwartet, dass Oracle Cloud Infrastructure über fünf Jahre auf 144 Milliarden Dollar skaliert — ein Großteil davon bereits durch bestehende Verträge gedeckt.
Ob Maxson die Schulden in den Griff bekommt und den Auftragsbestand in positiven freien Cashflow umwandeln kann, wird entscheiden, ob der Kursabstand zum fundamentalen Wert sich schließt oder weiter wächst.
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