Oracle steuert auf einen wichtigen Termin zu: Am Montag legt der Konzern seine Quartalszahlen vor. Kurz davor rückt wieder in den Fokus, ob die teuren Investitionen in Cloud und KI-Infrastruktur wirklich in profitables Wachstum ummünzen. Rückenwind kommt dabei ausgerechnet von einer frischen Analystenaufstufung.
Analysten-Upgrade mit klarer These
Oppenheimer hat die Aktie innerhalb der letzten 48 Stunden von „Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 185 Dollar ausgerufen. Die Begründung: Oracle könnte sich langfristig als starker „EPS-Compounder“ entpuppen – also Gewinne je Aktie stetig steigern. Laut Oppenheimer wäre sogar eine Verdopplung des EPS bis 2030 denkbar, selbst wenn man die Ziele des Managements pauschal um 25% kürzt.
Operativ stützt sich diese Sicht vor allem auf das Cloud- und Softwaregeschäft. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 kamen diese Bereiche auf 86% der Erlöse. Gleichzeitig hält das Management an einem sehr ambitionierten Umsatzziel von 225 Milliarden Dollar bis 2030 fest. Ausgehend von 57 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2025 entspräche das einem jährlichen Wachstum von 31%.
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Rekord-Auftragsbestand als Fundament
Der stärkste Anker in der Story bleibt der Auftragsbestand: Die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) stiegen im Jahresvergleich um 438% auf 523 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Umsatz gleichzeitig um 14% auf 16,1 Milliarden Dollar, der Cloud-Umsatz legte um 34% auf 8,0 Milliarden Dollar zu. Besonders auffällig: Cloud-Infrastructure (IaaS) sprang um 68% gegenüber dem Vorjahr.
Als Treiber dieses Backlogs nennt Oracle Kunden wie Nvidia, Meta, OpenAI, AMD, TikTok und xAI. Wichtig für Anleger ist aber auch der Timing-Aspekt: Oracle erwartet, in den nächsten 12 Monaten rund 10% der RPO als Umsatz zu realisieren, weitere 30% zwischen Monat 13 und 36 sowie 35% zwischen Monat 37 und 60. Das untermauert die langfristige Visibilität – verteilt die Ernte aber über mehrere Jahre.
Teure Expansion: Finanzierung, Kritik, Risiken
Der Ausbau der KI-Infrastruktur kostet. Oracle will im Kalenderjahr 2026 brutto 45 bis 50 Milliarden Dollar an frischem Kapital aufnehmen – über eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital, um den Investment-Grade-Status zu stützen. Im Februar folgte bereits eine 25-Milliarden-Dollar-Anleiheemission, zusätzlich gibt es ein Aktienplatzierungsprogramm von bis zu 20 Milliarden Dollar. Per Ende Q2 2026 lagen die Barmittel bei 19,2 Milliarden Dollar; akute Liquiditätssorgen wirken damit vorerst begrenzt.
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Ganz ohne Schatten ist die Offensive jedoch nicht. Am 14. Januar reichten Anleihegläubiger in Manhattan eine Sammelklage ein – im Kern geht es um den Vorwurf, Oracle habe bei einer früheren Anleiheplatzierung nicht offengelegt, dass deutlich mehr Schulden nötig sein würden. Dazu kam Ende Februar ein Bericht von The Information, wonach das Stargate-Joint-Venture nur minimal besetzt sei und keine Rechenzentren direkt kontrolliere – das schürte Zweifel an der operativen Struktur und drückte die Aktie laut Quelle damals um 6%. Parallel ist die Unternehmensverschuldung inzwischen über 100 Milliarden Dollar gestiegen.
Einordnend zur aktuellen Lage: Der Titel steht heute bei 125,22 Euro und damit seit Jahresbeginn deutlich im Minus (-25,02%).
Termin im Blick: 9. März
Die Zahlen für Q3 2026 kommen am Montag, 9. März, vor US-Börsenstart. Erwartet werden rund 1,71 Dollar bereinigter Gewinn je Aktie und etwa 16,91 Milliarden Dollar Umsatz. Entscheidend dürfte sein, ob Oracle beim Wachstumstempo bleibt, gleichzeitig die Kosten der KI-Aufrüstung im Griff hat – und ob sich die OCI-Strategie im Zahlenwerk überzeugend widerspiegelt.
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