Oracle Aktie: Vor Zahlen

Oracle erhält Analystenaufstufung vor Quartalsbericht, während hohe Investitionen in KI-Infrastruktur und ein Rekord-Auftragsbestand die langfristige Strategie prägen.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Oppenheimer stuft Aktie auf 'Outperform' hoch
  • Rekord-Auftragsbestand von über 500 Milliarden Dollar
  • Hohe Kapitalaufnahme für KI-Expansion geplant
  • Quartalszahlen am 9. März 2026 entscheidend

Oracle steuert auf einen wichtigen Termin zu: Am Montag legt der Konzern seine Quartalszahlen vor. Kurz davor rückt wieder in den Fokus, ob die teuren Investitionen in Cloud und KI-Infrastruktur wirklich in profitables Wachstum ummünzen. Rückenwind kommt dabei ausgerechnet von einer frischen Analystenaufstufung.

Analysten-Upgrade mit klarer These

Oppenheimer hat die Aktie innerhalb der letzten 48 Stunden von „Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 185 Dollar ausgerufen. Die Begründung: Oracle könnte sich langfristig als starker „EPS-Compounder“ entpuppen – also Gewinne je Aktie stetig steigern. Laut Oppenheimer wäre sogar eine Verdopplung des EPS bis 2030 denkbar, selbst wenn man die Ziele des Managements pauschal um 25% kürzt.

Operativ stützt sich diese Sicht vor allem auf das Cloud- und Softwaregeschäft. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 kamen diese Bereiche auf 86% der Erlöse. Gleichzeitig hält das Management an einem sehr ambitionierten Umsatzziel von 225 Milliarden Dollar bis 2030 fest. Ausgehend von 57 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2025 entspräche das einem jährlichen Wachstum von 31%.

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Rekord-Auftragsbestand als Fundament

Der stärkste Anker in der Story bleibt der Auftragsbestand: Die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) stiegen im Jahresvergleich um 438% auf 523 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Umsatz gleichzeitig um 14% auf 16,1 Milliarden Dollar, der Cloud-Umsatz legte um 34% auf 8,0 Milliarden Dollar zu. Besonders auffällig: Cloud-Infrastructure (IaaS) sprang um 68% gegenüber dem Vorjahr.

Als Treiber dieses Backlogs nennt Oracle Kunden wie Nvidia, Meta, OpenAI, AMD, TikTok und xAI. Wichtig für Anleger ist aber auch der Timing-Aspekt: Oracle erwartet, in den nächsten 12 Monaten rund 10% der RPO als Umsatz zu realisieren, weitere 30% zwischen Monat 13 und 36 sowie 35% zwischen Monat 37 und 60. Das untermauert die langfristige Visibilität – verteilt die Ernte aber über mehrere Jahre.

Teure Expansion: Finanzierung, Kritik, Risiken

Der Ausbau der KI-Infrastruktur kostet. Oracle will im Kalenderjahr 2026 brutto 45 bis 50 Milliarden Dollar an frischem Kapital aufnehmen – über eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital, um den Investment-Grade-Status zu stützen. Im Februar folgte bereits eine 25-Milliarden-Dollar-Anleiheemission, zusätzlich gibt es ein Aktienplatzierungsprogramm von bis zu 20 Milliarden Dollar. Per Ende Q2 2026 lagen die Barmittel bei 19,2 Milliarden Dollar; akute Liquiditätssorgen wirken damit vorerst begrenzt.

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Ganz ohne Schatten ist die Offensive jedoch nicht. Am 14. Januar reichten Anleihegläubiger in Manhattan eine Sammelklage ein – im Kern geht es um den Vorwurf, Oracle habe bei einer früheren Anleiheplatzierung nicht offengelegt, dass deutlich mehr Schulden nötig sein würden. Dazu kam Ende Februar ein Bericht von The Information, wonach das Stargate-Joint-Venture nur minimal besetzt sei und keine Rechenzentren direkt kontrolliere – das schürte Zweifel an der operativen Struktur und drückte die Aktie laut Quelle damals um 6%. Parallel ist die Unternehmensverschuldung inzwischen über 100 Milliarden Dollar gestiegen.

Einordnend zur aktuellen Lage: Der Titel steht heute bei 125,22 Euro und damit seit Jahresbeginn deutlich im Minus (-25,02%).

Termin im Blick: 9. März

Die Zahlen für Q3 2026 kommen am Montag, 9. März, vor US-Börsenstart. Erwartet werden rund 1,71 Dollar bereinigter Gewinn je Aktie und etwa 16,91 Milliarden Dollar Umsatz. Entscheidend dürfte sein, ob Oracle beim Wachstumstempo bleibt, gleichzeitig die Kosten der KI-Aufrüstung im Griff hat – und ob sich die OCI-Strategie im Zahlenwerk überzeugend widerspiegelt.

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Über Dr. Robert Sasse 1684 Artikel

Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

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