Oracle hat gestern auf seiner AI World-Konferenz in London eine neue Generation von Unternehmensanwendungen vorgestellt – sogenannte Fusion Agentic Applications, die auf vernetzten KI-Agenten basieren und Routineaufgaben wie Dateneingabe oder Rechnungsbearbeitung weitgehend automatisieren sollen. Gleichzeitig stufte die Bank of America den Titel auf „Kaufen“ hoch. Trotzdem notiert die Oracle-Aktie aktuell bei rund 154 Dollar – ein Rückgang von fast 40 Prozent seit Jahresbeginn.
553 Milliarden Dollar Auftragsbestand – aber wann fließt das Geld?
Die Wiedereinstufung durch die Bank of America fußt auf einem beeindruckenden Auftragsbestand: Verträge im Volumen von 553 Milliarden Dollar, überwiegend aus dem KI-Infrastruktur- und Cloud-Bereich, bilden das Fundament der bullishen These. Das Kursziel liegt bei 200 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von rund 30 Prozent entspricht.
Der Haken: Mehr als 57 Prozent dieser Verpflichtungen laufen über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren, rund 22 Prozent sogar über fünf Jahre hinaus. Die tatsächliche Umsatzrealisierung hängt damit stark von Rechenzentrum-Fertigstellungen, GPU-Lieferungen und der Leistungsfähigkeit externer Partner ab. Hinzu kommt eine hohe Kundenkonzentration – ein erheblicher Teil des Auftragspolsters entfällt auf wenige KI-Entwickler, darunter OpenAI.
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Massiver Investitionszyklus drückt auf den Cashflow
Die Analysten rechnen damit, dass die Investitionsausgaben im Fiskaljahr 2026 auf etwa 50 Milliarden Dollar ansteigen und bis 2029 weiter klettern. Der freie Cashflow dürfte in diesem Zeitraum negativ bleiben – externe Finanzierungen sind eingeplant. Parallel erwartet die Bank of America eine Bruttomargenkompression von rund 1.200 Basispunkten.
Das klingt zunächst wenig verlockend. Aber solche frontlastigen Investitionszyklen sind in technologischen Umbruchphasen nicht ungewöhnlich. Oracle selbst bezifferte im jüngsten Quartalsbericht neue Vertragsabschlüsse über 29 Milliarden Dollar – strukturiert als Vorauszahlungsmodelle, die keine zusätzliche Oracle-Finanzierung erfordern. Das Umsatzziel für das Fiskaljahr 2027 wurde auf 90 Milliarden Dollar angehoben, über der bisherigen Konsensschätzung von 88 Milliarden Dollar.
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Auf der Produktseite ergänzt Oracle das Portfolio konsequent: Die Fusion-Suite, die Kernprozesse wie Produktionsplanung, Einkauf und Debitorenmanagement abdeckt, wird nun so umgebaut, dass KI-Agenten Routineaufgaben übernehmen und Mitarbeiter sich auf strategische Entscheidungen konzentrieren können. Passend dazu verkündete Nasuni gestern eine Partnerschaft mit Oracle Cloud Infrastructure, die Unternehmen eine modernisierte Verwaltung unstrukturierter Daten auf OCI ermöglichen soll – ein weiterer Baustein im wachsenden Ökosystem rund um die Cloud-Plattform.
Für Anleger bleibt die Lage zweischneidig: Der Auftragsbestand gibt Sicherheit, der Investitionsdruck belastet kurzfristig. Das Wachstumspotenzial – die Bank of America prognostiziert Umsatzzuwächse von 17, 33 und 46 Prozent in den Fiskaljahren 2026 bis 2028 – liegt noch einige Jahre in der Zukunft.
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