Eine indirekte Verbindung zu einem sanktionierten russischen Ölunternehmen rückt Ørsteds Windprojekt Hornsea 3 in den Fokus. EnergiWatch berichtete gestern über die Verflechtung über einen Mitinvestor. Für Anleger geht es damit um mögliche Reputationsrisiken der Projektfinanzierung. Ørsted bestreitet laut Finans eine Beziehung zu der russischen Ölbeteiligung.

Mubadala-Beteiligung wirft Fragen auf

Nach Angaben von Finans investierte Abu Dhabis staatlicher Mubadala-Fonds im Frühjahr 2026 insgesamt 2,1 Milliarden DKK in Hornsea 3. Die Beteiligung erfolgte über ein von Apollo gegründetes Konsortium. Das Kapital fließt damit in Ørsteds britisches Offshore-Windprojekt.

Der kritische Punkt liegt bei einer anderen Beteiligung des Geldgebers: Mubadala hält laut Finans zugleich 44 % an einem sanktionierten russischen Ölunternehmen. Von Finans angeführte Experten sehen darin ein Reputationsrisiko. Ein Professor kritisierte zudem, Ørsted hätte deutlichere Anforderungen an den Investor stellen sollen.

Die Beteiligung bringt Ørsted Projektkapital, bedeutet aber zugleich, künftige Zahlungsströme und Kontrolle mit Partnern zu teilen. Mögliche indirekte Sanktions- und Reputationsrisiken könnten Prüfungen und Vertragsverhandlungen erschweren. Diese möglichen Folgen sind von Ørsteds eigener Position zu unterscheiden: Das Unternehmen weist eine Beziehung zu der russischen Investition zurück.

Fertigstellung und Speicher bleiben Projektanker

Hornsea 3 soll laut Finans Ende 2027 oder Anfang 2028 fertiggestellt werden. Der Zeitplan bildet den operativen Hintergrund der Finanzierungsdebatte: Die Beteiligung stellt Kapital für das Projekt bereit, während die Eigentümerverflechtung des Partners zusätzliche Fragen aufwirft.

Zum Projektumfeld gehört außerdem das Iceni-Batteriesystem bei Hornsea 3 in Norfolk. Es verfügt über 600 MWh Speicherkapazität und 300 MW Leistung. Medienberichten zufolge liefen zuletzt noch die abschließenden Installationsarbeiten.

Für die Einordnung sind damit zwei Aspekte auseinanderzuhalten: der technische Projektfortschritt und die Risiken aus der Auswahl der Finanzierungspartner. Die Kritik an Mubadalas weiterer Beteiligung betrifft die zweite Ebene.

Quartalsbericht als nächster Termin

Ørsted veröffentlicht die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 5. November gegen 8:00 Uhr CET. Am selben Tag folgt um 14:00 Uhr CET die Telefonkonferenz für Investoren und Analysten. Die Präsentationsfolien sollen vorher verfügbar sein.

Der Bericht ist der nächste konkrete Termin für Anleger. Bei Hornsea 3 steht bis dahin die Abwägung im Mittelpunkt: Der Einstieg des Partners liefert Projektkapital, verbindet die Finanzierung aber mit einem von Experten benannten Reputationsrisiko. Ørsteds Zurückweisung der Verbindung zur russischen Beteiligung ist dabei die maßgebliche Gegenposition des Unternehmens.